Über 1000 Fans feiern über zwei Stunden

Johannes Oerding begeistert in der ausverkauften Bad Hersfelder Stiftsruine

Mit Hingabe: Johannes Oerding spielte über zwei Stunden in der ausverkauften Stiftsruine. Der 34-Jährige ist derzeit auf seiner „Alles brennt“-Tournee. Foto: Wiegand

Bad Hersfeld. Er hat noch immer nicht genug. Gleich zweimal beteuert Johannes Oerding das, direkt zu Beginn und ganz am Ende seines ausverkauften Konzertes in der Stiftsruine. Noch nie sei er in Bad Hersfeld gewesen, ruft er den Zuschauern zu, aber jetzt würde er mit einer Rückkehr nicht lange warten.

Johannes Oerding und Max Giesinger in der Stiftsruine

„Alles brennt“ heißt die Tour, die den 34-Jährigen nach Bad Hersfeld führt. Das passt – bei den Zuschauern entfacht Oerding mit seiner Musik ein Feuer. Schon zu den ersten Takten von „Nicht genug“ stehen die weit über 1000 Zuschauer von ihren Plätzen auf, tanzen, singen und machen unzählige Handyvideos von ihrem Star. Der macht es ihnen auch einfach, weil er einen großen Vorteil der Ruine als Veranstaltungsort nutzt – die Distanzlosigkeit. Die Treppen im Publikum rauf und runter, quer durch die Reihen, der Sänger macht viele Meter, um seinen Fans nahe zu sein.

Musikalisch bietet Oerding mit seinen vier Mitmusikern ein breites Spektrum. Der stete Wechsel zwischen schnellen Popstücken und ruhigen Balladen sorgt für viel Bewegung im Publikum, das nie so recht weiß, ob es sich wieder setzen oder doch lieber stehen bleiben soll. Der Band merkt man an, dass sie seit Jahren zusammenspielt. Immer wieder werden die Lieder variiert, driften in Coverversionen (Blur, James Brown) ab, aus „Wo wir sind, ist oben“ wird plötzlich ein Schlager, den Oerding auch Helene Fischer empfiehlt, der ihm dann aber selbst doch so gut gefällt, dass er ihn zwischendurch erneut anstimmt.

Kaum ein Lied, dem nicht eine ausführliche Ansage vorausgeht. Bei Oerding langweilt das nicht, man hört ihm gerne zu. Immer wieder gibt er Ratschläge für ein schönes Miteinander. Er dürfe das, sagt er, schließlich sei er ja der „liebe Onkel aus Hamburg“´, der für eine bessere Völkerverständigung wirbt. „Das geht hier besonders gut, weil keiner weglaufen kann.“ Die Zuschauer danken all das mit frenetischem Applaus, den beiden geplanten Zugaben folgt eine spontane. „Die Zeit steht still, weil ich diesen Moment für immer behalten will“, heißt es darin. Ein Moment, den viele an diesem Abend nach über zwei Stunden mit nach Hause nehmen.

Als „Champions League“ der Musik bezeichnete Oerding das, was Max Giesinger im Vorprogramm ablieferte. Allein mit einer Gitarre gewann der aus der Casting-Show „The Voice Of Germany“ bekannte Sänger in Bad Hersfeld einige neue Fans. Schade, dass sein Programm um 20 Uhr, dem offiziellen Konzertbeginn schon beendet war. Da standen viele Fans noch draußen.

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