„FaberhaftGuth“: Kabarett im Bad Hersfelder Buchcafé

Ölmassage fürs Auto

Am Stammtisch fordern Dietrich Faber und Martin Guth schon etwas angetrunken mehr „Zivilgarage“ von der Gesellschaft. Foto: rö

bad hersfeld. „Erlebniswarmduscher“ haben Dietrich Faber und Martin Guth alias „FaberhaftGuth“ ihr neues, sechstes Kabarettprogramm betitelt.

Das Bad Hersfelder Publikum im Buchcafé hatte reichlich Gelegenheit, sich über die Erlebnisse dieser zwei „Erlebniswarmduscher“ zu amüsieren.

Von Anfang an fährt das Kabarettduo Vollgas. PISA-Studie und alternative Privatschulen, Ehrenamt, freiwillige Polizeihelfer – man kommt mit dem Kapieren kaum nach, so schnell folgt eine Pointe auf die andere. Ein Faden, der durch das Programm leitet, ist der satirisch überspitzt beschriebene Besuch der beiden in einer hypermodernen Erlebnis- und Wellness-Autobahnraststätte.

Da gibt es eine Ölmassage für das Auto, während die Mutigsten zum Therminator (auch „Das Ungeheuer von Well Ness“ genannt) in die Drive-In-Sauna gehen, oder ihr Geschäft auf der neuen Erlebnistoilette mit esoterischer Musikberieselung und automatischer Klobrille total entspannt erledigen. Dazwischen stimmen die beiden symphatischen Humoristen viele Lieder am Klavier oder an der Gitarre an. Dietrich Faber etwa parodiert in einem Lied das „Who-is-who“ der deutschen Popszene. Er imitiert in seinem Lied Helge Schneider, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und Reinhard Mey verblüffend authentisch.

In einem weiteren Lied erinnern die beiden Wörter, die in Vergessenheit geratenen sind wie Bandsalat, Datenautobahn, Vetter und Base, Schlachtenbummler oder Pfennigfuchser.

Till Eulenspiegel-Kostüm

Auch Dietrich Fabers Kindheitstrauma wird thematisiert. Es ist ein Till Eulenspiegel-Kostüm, das er nur deswegen noch trägt, weil seine Mutti es so gerne hat. Martin Guth hat ebenfalls Solopassagen im Programm. Als Rechtsanwalt etwa begrüßt er sein Publikum zu einem Infoabend über das deutsche Erbrecht. Er verdeutlicht in seinem Vortrag unter anderem, dass Organspenden das Erbrecht unnötig verkomplizieren können.

Zuletzt luden die beiden ihr begeistertes Publikum zur Feier ihres 40. Geburtstages in die Erlebnis- und Wellness-Tankstelle an der A 5 ein. Ob da wohl jemand kommt? Besser, die beiden kommen wieder mal nach Bad Hersfeld, denn hier haben sie sich ein treues Publikum erspielt, dass die beiden mit lang anhaltendem Applaus von der Buchcafé-Bühne entließ. (rö)

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