Standort Bad Hersfeld bekam Besuch aus dem Bundesfinanzministerium

Lob vom obersten Zöllner

Wir sind Weltmeister: Den WM-Pokal, den Julian Würtenberger, Leiter der Zollabfertigung im Bundesfinanzministerium in Händen hält, haben Lahm, Schweinsteiger, Götze und Co. ebensowenig wie das Nationaltrikot angerührt: Er ist – natürlich – eine Fälschung, die der Zoll beschlagnahmt hat. Das Foto zeigt (von links) Andrea Godehardt, Walter Suck, Sabine Meyer vom Zollamt Bad Hersfeld, ganz rechts Dirk Bluemcke (Bundesfinanzdirektion West). Foto: nh

Bad Hersfeld. Hohen Besuch erhielt kürzlich der Zollstandort Bad Hersfeld. Der Leiter der Zollabteilung im Bundesfinanzministerium, Julian Würtenberger, besuchte die Zolldienststellen in der Kreisstadt, um sich einen Eindruck von der Arbeit der Hersfelder Zöllner zu machen.

Der Leiter des Hauptzollamtes Gießen, Johannes Weishaupt, begrüßte den Zollchef gemeinsam mit Dirk Bluemcke von der Bundesfinanzdirektion West in Köln, zu deren Bezirk das Hauptzollamt mit seinen Dienststellen gehört. Bad Hersfeld ist mit 240 Arbeitsplätzen der zweitgrößte Standortes des Hauptzollamts.

Thema war unter anderem die von der Kurstadt aus betriebene Internet-Auktion des Zolls. Die Einrichtung, die es seit zwölf Jahren gibt und die bundesweit einzigartig ist, ist ein Erfolg. „Das ist eine tolle Sache, die eine gute Möglichkeit für die Verwertung von Sachen für viele Behörden bietet“, lobte Würtenberger die „Hersfelder Erfindung“. Sein Fazit: „Der Zollstandort Bad Hersfeld ist gut aufgestellt. Seine Zukunft ist gesichert“.

Markenfälschungen

Zu den zahlreichen Aufgaben der Bediensteten gehört auch die Vernichtung beschlagnahmten Waren, die tonnenweise von allen hessischen Zolldienststellen entdeckt wird: Markenfälschungen und geschmuggelte Zigaretten. Dazu kommen weitere Aufgaben, etwa der Verkauf von ausgesonderten Dienstwagen vieler Bundesbehörden.

Die neuen Aufgaben der Kfz-Steuerverwaltung erkannte Würtenberg als hohe Belastung für das Personal. Er bescheinigte den Beschäftigten besondere Motivation, für die er ausdrücklich dankte. „Hier wurde viel geleistet, auch wenn es noch einige Probleme zu bewältigen gilt“, kommentierte Würtenberger.

Besonders der zunehmende Internethandel sorgt auch in Bad Hersfeld für Arbeit. Vor allem Sendungen mit illegalen Waren beschäftigen die Zöllner neben der ständig anwachsenden Zahl von Einfuhrsendungen. „Sie leisten hier eine sehr wichtige Arbeit zum Schutz der Bürger, wenn sie solche Dinge aus dem Verkehr ziehen“, betonte Julian Würtenberger und staunte über das, was dem Zoll in die Hände gefallen war. Das reichte von Spielzeug, das nicht den Sicherheitsbestimmungen entspreche, über gefälschte Arzneimittel, gewaltverherrlichende Filme, unerlaubte Pornografie, Waffenteilen und Drogen. Beschlagnahmt wurden auch gefälschte WM-Pokale.

Schäden in Millionenhöhe

Am Ende stand ein Besuch der Finanzkontrolle Schwarzarbeit auf dem Programm, die wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns „besonders im Fokus steht“, so der Abteilungsleiter. Seit zehn Jahren decken die Hersfelder zahlreiche Fälle auf, die der Staats- und Sozialkassen Schäden in Millionenhöhe verursachen. Fälle organisierter Schwarzarbeit nähmen zu und erforderten aufwendige Ermittlungen. Zahl der Kontrollen: sicher steigend. (red/rai) HINTERGRUND

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