Fächerübergreifendes Schulprojekt will Verständnis für Kultur und Religion fördern

Obersberg probt Trialog

Bad Hersfeld. Unter der Überschrift „Friede – Salam – Schalom. Auf dem Weg zueinander in Geschichte, Religionen und Kulturen“ steht ein neues Projekt der Modelschule Obersberg. Dabei arbeiten die Fachbereiche Geschichte, Musik, Religion und Deutsch zusammen, um mit den Schülerinnen und Schülern zu erkunden, wie Religionen und Weltanschauungen friedlich miteinander leben und in der Gesellschaft wirken können.

„Durch das Projekt kann der Zusammenhalt in der Schulgemeinde gefördert werden“, sagt Katharina Koch, Schülerin im Jahrgang Q 1 an der MSO. „Ich finde es wichtig, kulturelle Traditionen verschiedenster Menschen kennenzulernen und Vorurteile zu beseitigen.“

Mit einem fächerübergreifenden Schuljahresprojekt wurde die Modellschule in den „Trialog der Kulturen“ der Herbert Quandt-Stiftung aufgenommen. Nur sieben Schulen aus Hessen wurden für diesen hochdotierten Wettbewerb ausgewählt und bekamen zur Umsetzung ihrer Projektidee ein Startgeld von 3500 Euro. Dazu musste das Projektteam eine unabhängige Jury mit seiner interreligiösen und interkulturellen Initiative überzeugen.

Lösungsansätze suchen

Organisiert wird das Projekt von den Lehrern Katrin Bretschneider, Helgo Hahn, Anneruth Heinz und Matthias Müller. Eine geschichtliche Projektgruppe recherchiert jüdische Lokalgeschichte und bietet selbst entwickelte Stadtführungen an. In Zusammenarbeit mit den muslimischen und christlichen Gemeinden in der Stadt begegnen sich außerdem Schüler unterschiedlicher Bekenntnisse, lernen einander kennen und suchen gemeinsam Lösungsansätze für Konflikte zwischen Religion und Kulturen.

Weiterhin sucht ein Deutsch-Leistungskurs nach Wegen zur Überwindung von Gewalt und eine musikalische Projektgruppe wird Ausschnitte aus Karl Jenkins Komposition „The Armed Man – A Mass for Peace“ aufführen. Alle Projekte zusammen gestalten anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Schule ein interkulturelles Fest zum Ende des Schuljahres.

„Viele halten Religionen für den Auslöser von Gewalt. Uns ist es aber wichtig, dass wir uns gemeinsam für den Frieden einsetzen, zumal wir in der Schule ja gemeinsam leben und lernen, sagt Schulpfarrerin Anneruth Heinz.

Sie hoffe, dass sich durch das Projekt Menschen so begegnen, dass sie sich selbst und andere besser verstehen können. Es sei eine Bereicherung, den kulturellen Schatz der Religionen gemeinsam zu entdecken. (red/kai)

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