Lastwagen-Aufbrüche

Nutella war die entscheidende Spur

Vor allem die Nutella-Gläser hatten es den Journalisten bei der Pressekonferenz der „Soko Plane“ angetan. Foto:  Nies

Fulda/Bad Hersfeld. Eine Palette mit 2300 Gläsern Nutella war die entscheidende Spur, um eine in Osthessen beispiellose Diebstahlsserie aufzuklären, bei der seit Sommer 2012 mehrere Dutzend Lastwagenladungen in der Region gestohlen wurden. Der Gesamtschaden liegt bei 250 000 Euro.

Der Festnahme von 14 Verdächtigen, von denen vier mittlerweile in Haft sind, gingen monatelange Observierungen durch die Polizei voraus. Nach einer ersten Einschätzung geht die Polizei von 30 Diebstählen in Osthessen aus, darunter sieben Lkw-Aufbrüchen in Niederaula, zwei in Neuenstein sowie je einer Tat in Kirchheim und Haunetal. Das erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern bei einer Pressekonferenz in Fulda. Der stellvertretende Polizeipräsident Günther Voß, lobte seine Mitarbeiter. „Der Ladungs- und Transportdiebstahl ist üblicherweise sehr schwer aufzuklären“, sagte er.

Im Sommer 2012 häuften sich im Kreis Fulda die Diebstähle aus Lkw, Sattelzügen und ihren Anhängern. Tatorte waren meisten Industriegebiete. Gestohlen wurden hochwertige Bekleidung, Handtaschen, Spielzeug, Fahrräder, Elektroartikel und Nahrungsmittel. „Das war der größte Diebstahlsfall in der Geschichte die Polizeipräsidiums“, erklärte Voß. Die Diebe waren wählerisch. Wenn sie eine Lkw-Plane aufgetrennt hatten und ihnen die mögliche Beute nicht zusagte, zogen sie ohne Diebstahl weiter.

Männer mit Werkzeug

Als die Polizei ab Spätsommer 2012 die Streifen in Gewerbegebieten verstärkte, stieß sie bei der Kontrolle eines Kleintransporters auf eine Gruppe von Männern, die nach Diesel rochen und mit Einbruchwerkzeug unterwegs waren. Eine Tat war ihnen nicht nachzuweisen. Nach Feststellung der Personalien konnten die Männer wieder gehen. Sie wurden allerdings in der Folge von der Polizei kontrolliert.

Ende 2012 verschob sich der Schwerpunkt der Taten in Richtung Bad Hersfeld. Die Beamten aus Fulda und Hersfeld-Rotenburg bildeten die gemeinsame Arbeitsgruppe mit den Namen „Plane“, denn die Täter schlitzten meisten die Lkw-Planen auf.

Weitere Beobachtungen der verdächtigen Männer führten zu möglichen Diebstahlslagern in Osthessen. Eines der Läger wurde am 2. Mai unter die Lupe genommen. Als die Beamten einen wegfahrenden Kleintransporter kontrollierten, stellten sie dort 2300 Gläser Nutella fest, die vom 5. bis 7. April in Niederaula gestohlen worden waren. Am gleichen Tag beantragte die Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse für fünf Wohnungen und Hallen. Am 3. Mai durchsuchte die Polizei Lager in Niederaula, Schlitz, Nüsttal-Hofaschenbach und zwei Fuldaer Stadtteilen.

Von Volker Nies

Kommentare