Ortsvorsteher Manfred Gieb findet nicht genügend Interessenten 

Kohlhausen: Wahl zum Ortsbeirat scheitert an einem Bewerber

+
Aus und vorbei: Manfred Gieb, Ortsvorsteher von Kohlhausen, bemühte sich vergeblich um den letzten fehlenden Kandidaten für die Gemeinschaftsliste. Nach der Kommunalwahl wird es im Bad Hersfelder Stadtteil keinen Ortsbeirat mehr geben.

Bad Hersfeld. Sechs Kandidaten hatte Ortsvorsteher Manfred Gieb für die Gemeinschaftsliste zum Ortsbeirat gewinnen können, doch sieben müssen es sein.

Auch eine zweite Bürgerversammlung im Stadtteil Kohlhausen löste das Problem nicht: Sechs waren bereit, Nummer sieben fehlte weiterhin. Jetzt steht fest: Nach der Kommunalwahl am 6. März wird es hier keinen Ortsbeirat mehr geben.Über die Hintergründe kann Gieb nur mutmaßen. Berufliche Verpflichtungen potenzieller Kandidaten, die fehlende Erfahrung von Neubürgern oder der demografische Wandel – alles ist denkbar.

Denn eigentlich seien die Kohlhäuser engagierte Mitbürger, weiß Gieb aus Erfahrung. Auch hat es keinen Ärger gegeben. Parteipolitik spielte im Ortsbeirat ohnehin keine Rolle, Und die Zusammenarbeit mit der Stadt habe ebenfalls funktioniert. Er selbst hatte freilich klipp und klar gesagt, dass nach zwei Wahlperioden für ihn Schluss sein würde: „Ich bin 69“, sagt Gieb, „bin im Kreisjagdverein stark beansprucht und will auch Zeit für meine Enkel haben. Ich gehe nicht im Frust.“ Außerdem habe er einem Nachfolger Spielraum geben wollen, begründet Gieb seinen Rückzug.

Drei bisherige Mitglieder des Ortsbeirats waren zum Weitermachen bereit, dazu auch drei Neue, die in Kohlhausen wohnen. Doch die verflixte Nummer sieben, die fand sich eben nicht. „Man muss hier mit anpacken“, sagt Gieb, um zu verdeutlichen, dass ein Sitz im Ortsbeirat auch mit Arbeit verbunden ist.

Dass die 360 Einwohner von Kohlhausen in den kommenden fünf Jahren keine direkte politische Stimme mehr haben, bedauert der scheidende Ortsvorsteher: „Man hängt ja auch am Geschehen.“ Dennoch ist ihm um die Zukunft nicht bange: Beim nächsten Mal, da ist er sich sicher, werden wieder genügend Kandidaten zur Verfügung stehen. Einige „Neubürger“, so weiß Gieb, hätten ihre Bereitschaft signalisiert. Nur für dieses Mal hätten sie noch abgelehnt, weil sie noch nicht lange im Dorf zuhause sind.

Kommentare