Heute ist der Europäische Tag der lebensrettenden Nummer

Notruf 112: Nur jeder Fünfte weiß Bescheid

Hersfeld-Rotenburg. Sie ist die Nummer im Notfall, und doch wissen nur 18 Prozent der Deutschen, dass sie auch europaweit gilt: Die Nummer 112. Rettungsdienst, Notarzt und Feuerwehr erreicht man über die 112, ohne Vorwahl, gebührenfrei, von jedem Telefon aus, mit jedem Handy, das eine SIM-Karte hat. Über die Nummer 112 bekommt man in 27 EU-Staaten schnelle Hilfe.

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Immer wenn es dringend ist, immer im Notfall sollte man die 112 wählen. Das erklärte Dieter Pfaff, beim Kreis zuständig für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz aus Anlass des heutigen „Europäischen Tags der 112“. Wer Bedenken hat, ob sein Notfall für die 112 bedeutsam genug ist, den beruhigt Dieter Pfaff und scherzt: „Lieber einmal mehr anrufen, da kriegen Sie geholfen.“ Ein „wissen wir nicht“ kenne man nicht, gebe bei Bedarf auch Tipps und Ratschläge. Rund um die Uhr stehen zwei Mitarbeiter in der Zentralen Leitstelle im Bad Hersfelder Landratsamt zur Annahme des Notrufs zur Verfügung, erläutert Leitstellendisponent Christian Sasse.

Wer allerdings schon mit einem Arzt gesprochen hat und nur einen Krankenwagen braucht, der sollte dies direkt bei der Nummer für den Krankentransport anmelden. In unserem Kreis ist dies die 06621/19 222.

Immer noch rufen viele Menschen zuerst die Polizei unter 110 an, wenn sie eigentlich den Rettungsdienst brauchen. Polizei und Krankenhäuser können zur Zentralen Leitstelle auf die 112 verbinden, aber dabei geht vielleicht wertvolle Zeit verloren, sagt Kreispressesprecher Michael Adam. 20 Prozent der Notfälle gehen zurzeit noch den Umweg über die Polizei.

Jeder Anruf kann von der Leitstelle zurückverfolgt werden. Missbräuchliche Anrufe haben laut Sasse abgenommen, seit beim Handy auch für die Nummer 112 eine SIM-Karte erforderlich ist.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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