Rettungsdienst rund um die Uhr am Start – Wenn’s eng wird, landet der Helikopter

Notfalls fliegt der Arzt ein

Hersfeld-Rotenburg. Die Notärzte im Kreis Hersfeld-Rotenburg müssen immer häufiger ausrücken. Zu den 10 850 Einsätzen, die die Teams der DRK-Kreisverbände Hersfeld und Rotenburg im Jahr 2010 fuhren, wurden zusätzlich 4 997-mal Notärzte aus den Standorten Bad Hersfeld, Rotenburg oder aus der Rettungswache in Wildeck-Hönebach angefordert. Das sind rund 200 Einsätze mehr als noch im Jahr 2009. 5 912-mal genügte der reguläre Krankentransport.

Das berichtete Dieter Pfaff, der Leiter des Fachdienstes Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Landratsamt, und nennt als Grund für die Steigerung ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis der Menschen.

Obwohl es im vergangenen Jahr deutlich mehr Rettungsdiensteinsätze gab als 2009, bleibt die Zahl der Notärzte gleich. In Bad Hersfeld, Rotenburg und in Hönebach steht rund um die Uhr jeweils ein speziell ausgebildeter Notfallmediziner in Bereitschaft, um auszurücken, wenn jede Minute zählt. Wenn diese Ärzte im Einsatz sind, wird Hilfe von außerhalb angefordert.

Und die fliegt bei Tageslicht aus Kassel oder Fulda an Bord der Rettungshubschrauber Christoph 7 und 28 ein. Erst kürzlich war das wieder der Fall, als der Christoph aus Fulda auf der Grünfläche der Bad Hersfelder Stadtmauer aufsetzte (wir berichteten).

Die Regeln stehen fest

Im Jahr 2010 landete der Rettungshubschrauber genau 113-mal in unserem Landkreis. 2009 wurde 136-mal ein Arzt-Helikopter eingesetzt. Die Disponenten der Leitstelle fordern tagsüber die fliegenden Ärzte auch dann an, wenn etwa die Einsatzstelle in unwegsamem Gelände liegt, oder ein Transport auf Rädern medizinisch unverantwortlich wäre. Dafür gibt ein Landesgesetz klare Vorschriften. Denn der Einsatz eines Hubschraubers mit Pilot, Notarzt und Assistent kostet 43 Euro je Minute. Ein regulärer Notarzteinsatz wird mit 350 Euro pauschal berechnet. Das sind festgelegte Sätze, die am Schluss die Krankenkassen zahlen.

Dr. Bardo Kürten ist als Leitender Notarzt für die Dienstpläne seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem Klinikum Hersfeld zuständig, die neben ihrer eigentlichen Arbeit in ihr Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) springen, um bei Unfällen, Herzinfarkt- oder Schlaganfällen oder neurologischen Extremsituationen die Patienten am Ort des Geschehens zu versorgen. Einen Stab von 18 zusätzlich ausgebildeten Ärzten hat Dr. Kürten zur Verfügung, um die Notfallversorgung im Altkreis Hersfeld und für die Hälfte des Notärzte-Teams in der Rettungswache Hönebach sicherzustellen.

Kürtens Notarzt-Stab besteht zu zwei Dritteln aus Anästhesisten. Das Team komplettieren Internisten, Chirurgen und ein Gynäkologe.

Mit Kollegen von früher

Im Bereich Rotenburg koordiniert Dr. Uwe Eichhorn die Einsätze. Ihm stehen für seinen Dienstplan sieben Ärzte zur Verfügung, die am Rotenburger Kreiskrankenhaus direkt angestellt sind. Außerdem hat er zehn weitere Kollegen verpflichtet, die einmal in Rotenburg beschäftigt waren und sich heute im Raum Kassel oder Fulda niedergelassen haben. Sie sichern die andere Hälfte der Besatzung in der Rettungswache Hönebach und komplettieren aus alter Verbundenheit die Dienstbereitschaft am Rotenburger Kreiskrankenhaus.

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Von Kurt Hornickel

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