Zahl der Magen-Darm-Infektionen steigt an

Noro-Viren sind auf dem Vormarsch

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der schweren Magen-Darm-Infektionen ist in Hessen innerhalb der vergangenen acht Jahre um das Vierfache angestiegen. Nach einer Studie des Robert- Koch-Instituts erkrankten im Jahr 2002 fast 3 200 Menschen an den so genannten Noro- und Rotaviren, 2010 waren es mehr als 11 000. In Freiberg/Sachsen ist am Dienstag eine Schule wegen Erkrankung von 16 Schülern geschlossen worden, das Noro-Virus stand als Auslöser in Verdacht.

Vor einem Ausbruch des Noro-Virus in Gemeinschaftseinrichtungen könne man sich kaum schützen, sagt Dr. Dieter Gobrecht, Leiter des Gesundheitsamtes im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Auch häufiges Händewaschen könne eine Infektion kaum verhindern, eine Impfung gebe es nicht. Eine Erkrankung sei aber auch nicht wirklich gefährlich für Kinder und nach dramatischem Beginn meist nach ein bis zwei Tagen ausgestanden. Im vergangenen Jahr war das Noro-Virus in einer Jugendherberge im Kreis aufgetreten.

Noro- und Rotaviren zählen zu den häufigsten Verursachern von schweren Brechdurchfällen. Während es auch bundesweit eine Zunahme der Erkrankungen um etwa das Vierfache gegeben hat, kann Dr. Gobrecht zumindest für den hiesigen Kreis zurzeit nicht von gehäuften Meldungen berichten. „Das kann morgen schon ganz anders sein“, sagt Dr. Gobrecht. Rota-Viren kämen immer mal wieder vor, Erkrankungen verliefen aber meist ohne Komplikationen und seien nicht gehäuft aufgetreten.

Um Kleinkinder vor Darminfektionen durch Rota-Viren zu schützen, gibt es Impfungen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Rotavirus-Impfung laut Techniker Krankenkasse (TK) bisher nicht, sagt aber, dass Säuglinge in Kindertagesstätten von der Impfung profitieren können. Eltern wird geraten, sich vom Kinderarzt beraten zu lassen. Zum Tage, Hintergrund

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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