Frauenbüro des Landkreises Hersfeld-Rotenburg feiert 25-jähriges Bestehen

Der Weg ist noch weit

Engagiert für die Gleichstellung von Frauen: Die Mitarbeiterinnen des Frauenbüros Else Kranz-Kroker und Gabriele Wirtz, die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die amtierende Frauenbeauftragte Ute Boersch und ihre Vorgängerin Dr. Andrea Fink-Jacob (von links). Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. So steht es seit 1949 im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Tatsächlich erhalten Frauen aber für gleiche Arbeit immer noch weniger Geld als Männer. Sie sind seltener in beruflichen Führungspositionen zu finden und auch in politischen Gremien und in den Aufsichtsräten der großen Untenehmen stark unterrepräsentiert. „Von tatsächlicher Gleichstellung sind Frauen weit entfernt.“ Das stellte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Frauenbüros des Landkreises Hersfeld-Rotenburg fest.

Das Frauenbüro, so ihre logische Schlussfolgerung, sei deshalb immer noch notwendig. Die Frauenbeauftragte – seit acht Monaten ist das Ute Boersch als Nachfolgerin von Dr. Andrea Fink-Jacob, die das Amt elf Jahre lang inne hatte – benötige deshalb einen langen Atem und dürfe kein bisschen leiser werden, denn ihre Aufgaben seien nicht kleiner und nicht weniger geworden.

Das Frauenbüro vertrete, so erläuterte Künholz, die Interessen von Frauen und Mädchen im Kreis. Zudem sei die Frauenbeauftragte auch innerhalb der Kreisverwaltung für die Gleichstellung ihrer Kolleginnen zuständig.

Um die besonderen Herausforderungen für Frauen zu verdeutlichen, erzählte Elke Künholz von dem berühmten Tanzpaar Fred Astaire und Ginger Rogers. Sie konnte genauso gut tanzen und singen wie er, aber das auch noch rückwärts und auf Stöckelschuhen.

Ute Boersch würdigte die Arbeit ihrer Vorgängerinnen Ute Schütrumpf, die das Büro von 1987 bis 99 leitete, und von Dr. Andrea Fink-Jacob. Beiden sei es gelungen, für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, wenn auch nicht so schnell, wie sie es gerne getan hätten. In 25 Jahren, so hofft Boersch, werde es kein Frauenbüro mehr geben, weil dann tatsächlich Frauen und Männer gleichberechtigt seien.

In weiteren Grußworten wiesen unter anderem Brigitte Hartmann-Laudert für das Frauennetzwerk und Rahel von Bucholtz für den Verein „Frauen helfen Frauen“ auf die gute Zusammenarbeit und Unterstützung des Frauenbüros hin.

Denkanstöße

Für Denkanstöße und Unterhaltung sorgten die Professorin Dr. Ute Klammer mit einem Vortrag zum Thema „Neue Wege – Neue Chancen, Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“, ein Improvisationstheater, das auf Zuruf von Stichworten mit männlichen und weiblichen Klischees spielte, und die Musikerinnen Antje Fey-Spengler (Saxophon) und Martina Krüger (Klavier).

Von Christine Zacharias

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