Klinikum Bad Hersfeld senkt Defizit und hofft auf ausgeglichenes Ergebnis 2015

Noch nie so viele Patienten

Kümmern sich um Patienten mit chronischen Schmerzen: Dr. Martin Grapengeter (von links), Dr. Erika Köhalmi und Pain Nurse Andreas Pfeiffer von der multimodalen Schmerztherapie. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Es gibt noch ein großes Defizit, aber das ist deutlich gesunken. Deshalb blickt Martin Ködding, Geschäftsführer des Klinikums Bad Hersfeld, zufrieden auf das Jahr 2014, in dem so viele Patienten behandelt wurden wie noch nie.

Die Zahlen

Etwa 26 100 Patienten haben die 1400 Mitarbeiter des Klinikums behandelt, 1000 mehr als im Vorjahr. „Die Patientenzahlen sind in nahezu allen Abteilungen gestiegen, was die gute Akzeptanz des gesamten Krankenhauses zeigt“, teilt Ködding mit. Die gute Auslastung trug auch dazu bei, dass das Defizit von 2,7 auf voraussichtlich unter 1,7 Millionen Euro gesunken ist.

Keine Verlustübernahme

Ungewohnt deutlich wehrt sich Ködding gegen Vorhaltungen, die Verluste des vom Landkreis betriebenen Klinikums könnten den Bürgern nicht länger zugemutet werden. Der FDP-Landratskandidat Werner David hatte sich entsprechend geäußert. „Der Bürger hat seit 1959 noch keinen Euro Verlust tragen müssen“, stellt Ködding klar. Das Defizit sei stets aus dem Eigenkapital des Klinikums gedeckt worden. Zuschüsse zahlte der Landkreis lediglich zu Bau- und Investitionsvorhaben, was zugleich den Wert des Klinikums steigert.

Besondere Belastung

Als öffentliches Haus muss das Klinikum für seine Mitarbeiter jährlich 4,2 Millionen Euro in die Zusatzversorgungskasse zahlen. „Das sind ungleiche Wettbewerbsbedingungen“, sagt Ködding, der hofft, dass im Bund bald einheitliche Rahmenbedingungen für Klinikträger geschaffen werden. Viele Krankenhäuser hielten sich mit Sanierungs- oder Haustarifverträgen sowie Entlassungen über Wasser. Zwar habe sich auch das Klinikum um einen Haustarif bemüht, wurde sich mit den Gewerkschaften aber nicht einig.

Sonderkosten fallen weg

Dennoch will das Klinikum das Defizit in diesem Jahr ausgleichen. Denn nun fallen 1,1 Millionen Euro an Sonderbelastungen aus Altersteilzeitverträgen weg, derentwegen zusätzliches Personal beschäftigt werden musste. Bleibt noch etwa eine halbe Million Euro an Verlusten, die angesichts der steigenden Patientenzahlen und durch organisatorische Maßnahmen ausgeglichen werden sollen.

Neue Angebote

Das Ergebnis des Klinikums wird auch verbessert durch Umstrukturierungen und zusätzliche Angebote. So ist die multimodale Schmerztherapie seit Mitte 2014 in Betrieb, die sich um Menschen mit chronischen Schmerzen kümmert. Die Kapazität der Geriatrie wurde um ein Viertel aufgestockt, und die Akutabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie erweitert seit über einem Jahr die Klinik am Hainberg. Organisatorische Veränderungen wie das Belegungsmanagement, um möglichst viele Patienten unterzubringen, tragen ebenfalls zum besseren Ergebnis bei. All das wird das volle Potenzial für das Klinikum erst 2015 ausspielen, sagt Ködding – ebenso wie das Blockheizkraftwerk, das seit 2014 die Energiekosten des Klinikums senkt.

Eine umfassende Bilanz des Klinikums lesen Sie auf www.hersfelder-zeitung.de

Von Marcus Janz

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