Das Arbeitsvermittlungs-Projekt „Perspektive 50plus“ geht in die dritte Runde

Noch längst kein altes Eisen

Auf der Suche nach den „Zutaten“ für eine Vermittlung mit nachhaltiger Perspektive (v. l.): Eckhard Sack (Leiter des Bad Hersfelder Baywa-Baumarktes - ausgezeichnet als Unternehmen mit Weitblick 2009), Ulrich Spengler (stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel), Alexandra Nieding (stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg), Joachim Arndt, Miriam Janke und Franz Donkers (Projektleiter des „Beschäftigungspaktes West/Südwest, Daun) bei der Podiumsdiskussion zum Auftakt weiterer fünf Jahre „Perspektive 50plus“. Foto: Apel

BAD HERSFELD. Der Landkreis wird sich mit seiner Beschäftigungsgesellschaft „Kommunale Vermittlung in Arbeit“ auch weiterhin mit aller Kraft um über 50 Jahre alte arbeitslose Menschen kümmern. Das wurde bei der Auftaktveranstaltung für die dritte, auf fünf Jahre angelegte Vermittlungsoffensive in der Region deutlich, zu der die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und ihr für das Projekt „Perspektive 50plus“ zuständiger Projektleiter Markus Battenberg in die Stadthalle eingeladen hatten.

Künholz betonte vor Vertretern aus Handwerk und Wirtschaft und vor den eng mit dem Landkreis als Optionskommune zusammenarbeitenden Kooperationspartnern: „Es geht um gestandene Menschen mit Erfahrung, nicht um altes Eisen!“

Im Landkreis gibt es nach Angaben von Künholz insgesamt 905 Frauen und Männer, die freiwillig am Projekt „Perspektive 50plus“ teilnehmen und für die Arbeit gesucht wird. Dies geschehe äußerst wirtschaftlich und erfolgreich, wie Markus Battenberg hervorhob.

So seien 236 „50plus-Bewerber“ erfolgreich vermittelt worden und darüber hinaus fast 600 ältere langzeitarbeitslose Menschen des „Kundenkreises 50plus“ durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert worden.

Der Projektleiter führte dies vor allem auf viele neue Ideen, die deutschlandweit ausgetauscht werden, und ein gutes Netzwerk zurück. Als Ziel des Projektes bezeichnete es Battenberg, im laufenden Jahr insgesamt 183 Menschen zu integrieren. Wie dies noch besser gelingen kann, war Thema einer von der Berliner Fachjournalistin Miriam Janke moderierten Diskussionsrunde.

Dabei wurde immer wieder deutlich, dass nachhaltiger Erfolg von guter und intensiver Unterstützung des Beraters, vom Wollen des Bewerbers, vom persönlichen Eindruck und davon abhängig ist, dass Arbeitsuchender und Arbeitgeber sich ausprobieren können.

Aber auch die „guten Beziehungen“ des Netzwerkes sind wichtig, wie der erfolgreich in den Arbeitsmarkt re-integrierte Joachim Arndt (62), früher selbstständig und nach Vermittlung durch „50plus“ jetzt mit Zweijahresvertrag als Berater im Außendienst eines Heimwerkermarktes tätig, ausführte. Gleichwohl bedauerte er, dass man als über 40 Jahre alter Bewerber bei Personalchefs oft von vornherein abgeschrieben sei.

Nach der Podiumsdiskussion war Zeit für informative Gespräche. Viele Arbeitgeber berichteten von guten Erfahrungen mit dem Vorzeigeobjekt des Landkreises, wünschten sich aber auch noch konkretere Informationen.

Von Wilfried Apel

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