Nichts war vor ihnen sicher

Mitglieder einer Diebesbande aus Bad Hersfeld stehen in Fulda vor Gericht

Fulda. Fahrräder, Laptops, Werkzeuge, Handys, Zigaretten: Alles, was nicht niet- und nagelfest war, hat eine Clique von Jugendlichen aus Bad Hersfeld mitgehen lassen. Zwei von ihnen stehen nun vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Fulda.

Nichts war vor ihnen sicher: Zwei 21-Jährige haben in einer Vielzahl von Fällen in Hersfeld, Fulda und Rotenburg eingebrochen und gestohlen. Die Jugendlichen kannten dabei keine Grenzen: Zwischen Dezember 2012 und September 2013 brach die Bande, bestehend aus vier oder fünf Hersfeldern, in Wohnhäuser, Geschäfte und Sportlerheime ein. Selbst vor dem Landratsamt in der Friedloser Straße, einer Behindertenwerkstatt und einer Kirche machten sie nicht Halt.

Die Beute im Wert von zehn bis 4500 Euro vertickte die Clique in Kassel. Kleinere Gegenstände wie Zigaretten oder Kopfhörer benutzte sie auch selbst. Hauptsächlich in Bad Hersfeld in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft brachen die Täter ein, für einige wenige Delikte gingen sie aber auch nach Fulda oder Rotenburg.

Drogensucht finanziert

An 17 dieser Taten soll einer der beiden Angeklagten beteiligt gewesen sein. „Irgendwie musste ich ja meine Drogensucht finanzieren“, erklärte der 21-Jährige vor Gericht.

In Fulda soll er deshalb in zwei Elektronikmärkten Handys gestohlen haben. „Das ist alles richtig, was da steht“, sagte der Hersfelder, nachdem Staatsanwältin Christina Dern die lange Anklage verlesen hatte.

Verteidiger Maximilian Malirsch erläuterte, dass sich sein Mandant geständig zeigen wolle. Dies brachte aber nur wenig Licht ins Dunkel. Denn der Angeklagte wollte ausschließlich über seine Taten reden. Zu den Mittätern – meist waren die Jugendlichen zu zweit, manchmal auch zu dritt oder zu viert unterwegs – schwieg er. „Weiß nicht“ und „Ich erinnere mich nicht“ waren seine Lieblingsantworten.

Das sorgte für Verwirrung. Denn die Aussagen des jungen Mannes vor Gericht unterschieden sich von denen, die er bei seinen polizeilichen Vernehmungen gemacht hatte. Dort hatte er angegeben, dass vor allem seine Komplizen Scheiben eingeschlagen und Türen aufgehebelt hatten. Nun wollte dies in fast allen Fällen selbst getan haben.

Nutzloses Geständnis?

„In einer Clique würde man sich nie gegenseitig belasten. Stattdessen nimmt man die Schuld auf sich“, erklärte sein Verteidiger.

„Wenn wir aber nicht wissen, was an der Aussage die Wahrheit ist, ist das Geständnis nutzlos“, mahnte Richter Joachim Becker. 61 geladene Zeugen sollen nun im weiteren Verlauf des Prozesses zur Aufklärung der Taten beitragen. (FZ/ks)

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