Aber Hausverbote sind in Einzelfällen möglich

Nichts Bedrohliches im Jahnpark

Bad Hersfeld. „Der Jahnpark ist kein gefährliches Revier“, stellte Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling jetzt vor dem Sozialausschuss der Stadtverordnetenversammlung fest und widersprach damit einem „Bedrohungsszenario“, das vor einigen Wochen in Presseberichten beschrieben worden war. Flankierend beschwor Edgar Steube, Leiter des Fachbereichs Generationen, die Parlamentarier, „die positive Ausstrahlung des Jahnparks zu bewahren“.

Die Diskussion um bedenkliche Vorkommnisse in der deutschlandweit einzigartigen Freizeit- und Sportanlage war jedoch nicht vom Zaun gebrochen: Jugendgruppen, zum Teil rivalisierend, hatten sich während und außerhalb der Öffnungszeiten auf dem Gelände herumgetrieben, gelärmt und Unfug gemacht. Zudem war von Alkohol- und Drogenmissbrauch die Rede.

Aus diesem Grund hatte der Ausschuss in der vorausgegangenen Sitzung einen „Runden Tisch“ mit dem Jahnpark-Personal, der Polizei und Vertretern des städtischen Bauamts beschlossen.

Keine Strafverfahren

Wie Edgar Steube jetzt berichtete, fand dieses Treffen bereits am 9. September mit dem Ergebnis statt, dass im Zusammenhang mit Vorkommnissen im Jahnpark keine Strafverfahren anhängig sind. Ein Vorfall mit angeblicher Bedrohung sei wohl auf die Überforderung eines Wachmanns zurückzuführen, dem es im Umgang mit Jugendlichen an Erfahrung fehlte.

Hier wollen Fehling, Steube & Co. jedoch einhaken. Künftig sollen Security-Mitarbeiter, die nächtens im Jahnpark nach dem Rechten sehen, entsprechend geschult sein. Auch soll das Aufsichtspersonal, das sich tagsüber um Spiel- und Sportgeräte kümmert, ermächtigt werden, in Einzelfällen Hausverbote auszusprechen. „Das ist kein Allheilmittel, aber es wird mal eine Grenze gesetzt“, sagte Edgar Steube.

Fragwürdige Späße

Zudem will die Stadt nach dem „Runden Tisch“ als weiterführende Maßnahme den bereits früher existenten Präventionsrat wiederbeleben. Dieser hat dann nicht nur dem Jahnpark im Blick, sondern auch andere Orte im Stadtgebiet, an denen Jugendliche über die Stränge schlagen.

Dazu gehört etwa das neue Parkhaus im Schilde-Park, wo nicht nur die Rampen zum Skaten benutzt werden, sondern auch die Feuerlöscher für fragwürdige Späße herhalten mussten. Weil die Namen mehrerer Beteiligter bekannt sind, hat die Stadt jetzt die Eltern angeschrieben.

Im verglasten Treppenhaus der Stockwerkshallen im Schilde-Park war es noch einfacher, ungebetene Besucher loszuwerden: Eine stärkere Beleuchtung machte die dunkle Ecke so richtig ungemütlich.

Von Karl Schönholtz

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