Montagsinterview mit den Machern der Festspiel-Ausstellung im „wortreich“

Nicht nur für Hersfelder

Zufriedene Gesichter: Die beiden Macher der Festspiel-Ausstellung im „wortreich“, Eckart Büxel und Heike Volkert, mit Bühnen-Kostümen. Im Frühjahr sollen Schauobjekte und Exponate ins städtische Museum umziehen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Halbzeit für die Sonderausstellung zu den Bad Hersfelder Festspielen in der Mitmach-Ausstellung „wortreich“. Im Interview mit unserer Zeitung sprachen Heike Volkert und Eckart Büxel, die das Projekt entworfen, zusammengestellt und aufgebaut haben, über Reaktionen, Aussichten und Verbesserungsmöglichkeiten.

Frau Volkert, Herr Büxel, wenn Sie heute durch „Ihre“ Ausstellung gehen, sind Sie dann immer noch zufrieden?

Heike Volkert: Ich bin auf jeden Fall zufrieden, wenn man bedenkt, was für ein Budget wir hatten. Optimieren kann man immer. Was ich unbedingt noch nachpflegen will, sind die Bildunterschriften für die Bilderschau.

Eckart Büxel: Mir gefällt die Atmosphäre, die wir hingekriegt haben. Es ging ja auch darum, etwas von Theater und Freilicht einzufangen und zu vermitteln. Die Idee mit den Bögen und dem Sternenhimmel finde ich deshalb nach wie vor sehr gelungen.

Wie sind denn die Reaktionen der Besucher? Gibt es auch Kritik?

Büxel: Wir haben eigentlich keine Kritik gehört, aber wir sind ja auch nicht ständig vor Ort.

Volkert: Vom „wortreich“ hat man uns gesagt, dass alle sehr, sehr angetan sind. Das zeigt auch das Gästebuch.

Büxel: Das heißt, die Bildunterschriften, die oben in den Rundungen der Bögen platziert sind, sind für ältere Leute mitunter schlecht zu lesen. Das ist aber das einzige, was mir einfällt.

Volkert: Das ist was Zweischneidiges, weil es mal etwas anderes ist. Aber klar, vielleicht kann man mit der Beleuchtung noch etwas machen.

Der Raum für die Präsentation war ja von vornherein sehr begrenzt. Wenn Sie freie Hand gehabt hätten, wie groß wäre die Ausstellung geworden und was hätten Sie noch zeigen wollen?

Volkert: Wir haben kurz von einem eigens errichteten Gebäude für das erste Freilichttheater-Museum Deutschlands geträumt und uns dann auf das konzentriert, was für eine Fläche von 100 Quadratmetern machbar ist. Jetzt zeigen sechs Bögen sechs Theatergattungen, die durch Kammerspiele im Eichhof und Oper erweiterbar sind. Eine größere Auswahl an Kostümen und Requisiten hätten wir natürlich auch gern gezeigt. Oder die Programmhefte zum Blättern auf einem Tablet. Neben allen Aufführungsinformationen zeigen sie sehr schön, wie damals gestaltet, fotografiert und getextet wurde.

Büxel: Man hätte es sicherlich großzügiger aufgezogen. Und wenn es das Budget hergegeben hätte, hätten wir sicherlich mehr Ausstellungstechnik hineingebracht. Wir haben zum Beispiel eine Tonbandaufnahme von Bundespräsident Theodor Heuss von seiner Ansprache hier aus dem Jahr 1955. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die lohnenswert gewesen wären.

Volkert: Ja, wir haben auch die ganzen Programmhefte vorbereitet, die sehr schön zeigen, wie damals fotografiert und getextet wurde. Aber das Geld hat nicht gereicht, um diese Dinge etwa mit einem iPad zur Verfügung zu stellen.

Es gibt ja auch die eine oder andere Musikaufnahme, etwa von „Kiss me, Kate“ 1989 oder „Jesus Christ Superstar“...

Büxel: Ja, und der Hessische Rundfunk hat in den sechziger Jahren einige Zeit Fernsehübertragungen gesendet. Die müssten ebenfalls vorliegen. Das wäre toll, wenn man zumindest Zusammenschnitte abrufen könnte.

Volkert: Bewegte Bilder wären toll, wir haben momentan nur die Statik.

Wie haben Sie sich eigentlich dem Thema Festspiele genähert?

Volkert: Der Einstieg war leicht. Die Festspiele waren immer präsent für mich, ich habe selbst zwei Jahre in der Requisite mitgearbeitet.

Büxel: Für mich war das natürlich ganz anders. Ich habe das nicht mit der Muttermilch aufgesogen. Ich habe aber aus der Not eine Tugend gemacht und den Blick von außen auf die Festspiele bewahrt. Das war auch wichtig, weil wir mit der Ausstellung ja nicht nur die Hersfelder ansprechen wollen, sondern auch auswärtige Besucher, die die Festspiele nur vom Hörensagen oder gar nicht kennen.

Können Sie irgendwie beschreiben, wieviel Arbeit in der Ausstellung steckt?

Volkert (lacht): Hochkonzentriertes Arbeiten vom 2. Januar bis zum 5. Juni, in den letzten Wochen konsequent von morgens halb neun bis nachts um halb eins.  hintergrund

Von Karl Schönholtz

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