Diskussion um die Festspiele war Thema beim Sponsorentermin der Sparkasse

Nicht um den heißen Brei

Partner der Festspiele: Mit 38 000 Euro unterstützt die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg alljährlich das Theater in der Stiftsruine. Unser Foto zeigt von links Wolfgang Kurth (Vorstandsstab Sparkasse), Sparkassen-Vorstand Gerhard Hess, Bürgermeister Thomas Fehling, die Schauspielerinnen Marie-Theres Futterknecht und Gerit Kling, Intendant Holk Freytag, Helgo Hahn (Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine) sowie Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, redete gar nicht erst um den heißen Brei herum: Das „großartige Kulturangebot“ der Bad Hersfelder Festspiele vertrage durchaus auch mal eine Diskussion – solange man danach wieder zum sachlichen Miteinander zurückkehre.

Faulstich gab damit Antwort auf Fragen, die der Sparkasse als einem der wesentlichen Förderer des Theaters in der Stiftsruine zuletzt immer öfter gestellt wurden, weil mancher im politischen Dauer-Streit um die Festspielfinanzierung auch um das Image des Instituts zu fürchten begann.

Mehr als nur die Spende

Denn die 38 000 Euro, die die örtliche Sparkasse gemeinsam mit dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen alljährlich den Festspielen zufließen lässt, sind längst nicht alles, womit die Bank die Kunst unterstützt.

So verwies Faulstich auf die Verbindungen in die gesamte Sparkassenorganisation. In mehr als 400 Sparkassen werbe man für die Festspiele und für Tagungen in Bad Hersfeld, die wiederum mit einem Theaterbesuch verknüpft würden. Auch das Bonus-Programm „Stars“ für Sparkassen-Kunden sorge mit gesponserten Festspiel-Tickets für zusätzliche Einnahmen im „hohen fünfstelligen Bereich“, wie Markus Heide von der Festspielverwaltung bestätigte.

Intendant Holk Freytag bedankte sich nicht nur für die Geldspritze, sondern auch für den angenehme Zusammenarbeit mit dem Sparkassen-Vorstand. Er verwies darüber hinaus auf die Umweg-Rentabilität kultureller Veranstaltungen, denn je investiertem Euro kommen durch die Besucher zwei wieder zurück.

Auch Bürgermeister Thomas Fehling machte keinen Hehl daraus, dass die Unterstützung der Sparkasse dringend benötigt wird. Im selben Atemzug bekräftige er seine persönliche Verbundenheit zu den Festspielen. „Sie sind mehr als Theater, sie sind Teil unserer Identität“, sagte Fehling.

Für das Renommee, das die Aufführungen in der Stiftsruine draußen im Land genießen, standen die Schauspielerinnen Gerit Kling und Marie-Theres Futterknecht, die direkt von einer Probe für „Maria Stuart“ zum Sponsoren-Termin die Sparkasse gekommen waren. „Ich bin hier, weil die Bad Hersfelder Festspiele einen außerordentlich guten Ruf haben“, sagte Kling, und ihre Kollegin Futterknecht sprach von einem erfüllten Lebensziel und „Lust und Laune“, die sie hier bei der Arbeit empfinde.

Helgo Hahn, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine – diese ist aus steuerlichen Gründen bei der Auszahlung der Sparkassen-Spende zwischengeschaltet –, deutete neue Ideen für das Sponsoring an. So werde demnächst um die Unterstützung sogenannter Festspiel-Paten geworben.

Von Karl Schönholtz

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