Europolis 2050: Projekt führt Jugendliche aus ganz Europa in Bad Hersfeld zusammen

Nicht nur Bratwurst essen

Erinnert sich gern zurück: Sebastian Hüchel war im vergangenen Jahr Teilnehmer des zehntägigen europäischen Austauschprogramms. Foto: Shuhaiber

Bad Hersfeld. Wie sieht Europa in 40 Jahren aus? Mit dieser Frage werden sich 60 Jugendliche aus Deutschland, Israel, England, Norwegen, Ungarn und der Türkei während de Jugendforums und der Sommerakademie beschäftigen.

Europolis 2050 geht in diesem Jahr in die zweite Runde. Das zehntägige Projekt rund um die Bad Hersfelder Festspiele ist auf vier Jahre angelegt. Schüler und Auszubildende aus sechs Nationen setzen sich in dieser Zeit mit der Vision von einem idealtypischen Europa der Zukunft auseinander.

Sebastian Hüchel hat im vergangenen Jahr an dem Programm teilgenommen. Seitdem hat sich für den 21-Jährigen einiges verändert. „Der Austausch hat mir viele Einblicke in andere Kulturen gewährt und bestehende Vorurteile ausgeräumt“, sagt der junge Mann, der bei der K+S Kali GmbH eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik absolviert. „Ich dachte, dass alle Engländer Tee trinken und alle Israelis schwarz gekleidet und vermummt sind“, erzählt Sebastian Hüchel.

Mit Vorurteilen behaftet

Seine europäischen Projektpartner seien ebenso mit stereotypen Vorurteilen über Deutsche behaftet gewesen. Die Vorstellung vom pünktlichen, fleißigen Deutschen, der nur Bratwurst und Kartoffeln isst, sei bei unseren europäischen Nachbarn weit verbreitet. Heute offenbart sich den Teilnehmern ein anderes Bild, Freundschaften sind entstanden. Bis heute tauschen sich die Teilnehmer des vergangenen Jahres rege über soziale Netzwerke aus. „Wir kommunizieren fast täglich über das Internet“, sagt Sebastian Hüchel.

Die Initiatoren des Europolis-Projekts sind sich einig, dass der Austausch die erwarteten Früchte getragen hat. Für Festspiel-Intendant Holk Freytag ist Europolis genauso wichtig wie die eigentlichen Festspiele, wenn er von „Erdung der Geschichte“ und dem „praktischen“ Zugang zur Theaterwelt spricht.

Während der Sommerakademie wird nämlich hart gearbeitet. Die Teilnehmer besuchen verschiedene Seminare und Workshops renommierter Wissenschaftler und beschäftigen sich intensiv mit den diversen Aspekten der Zukunft Europas.

Kultur leben und erleben

Namhafte Politiker, Schriftsteller und Professoren sprechen bei Podiumsdiskussionen und stellen sich den Fragen der Europolis-Teilnehmer. An zehn Tagen wird Kultur gelebt, erlebt und erfahren. Die Jugendlichen tauchen in die Welt ihrer Projektpartner ein, tauschen sich aus und spielen gemeinsam Theater.

Zum Abschluss des Jugendforums und der Sommerakademie präsentieren die 16-18- Jährigen ihre Ergebnisse in einer großen Abschlussmatinee.

Von Alia Shuhaiber

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