Wohltaten und Weihnachtsgefühle in der Bahnhofsmission

Nicht allein sein

Gerhard Stedtler vom Christlichen Hilfsdienst vor 42 der 2 000 Pakete, die in diesem Jahr verschenkt wurden.

Bad Hersfeld. Es wurde eng im Nebenraum der Bad Hersfelder Bahnhofsmission, als all die Menschen Platz genommen hatten, die am Heiligabend nicht ganz allein und verloren daheim sitzen wollten.

Silvia Hemel und ihr Team der ehrenamtlichen Helferinnen zogen alle Register, um ihren Gästen eine schöne Zeit zu bereiten. An einer festlich gedeckten und liebevoll weihnachtlich dekorierten Tafel bewirteten sie ältere, aber auch auffallend viele junge Menschen.

Worte der Andacht und Einkehr sprach zunächst Dekan Ulrich Brill, bis Pfarrer Michael Zehender aus Obergeis eingetroffen war. Krisenintervention, ein notfallseelsorgerisches Gespräch am Vormittag, hatte seinen Zeitplan ins Kippen gebracht.

Zu den Trompetenklängen von Benjamin Tauber aus Rohrbach sangen Gäste und Gastgeber Weihnachtslieder und erlebten einen Gottesdienst im Kleinen.

Erlebter Glaube

Die Bahnhofsmission und die Hersfelder Tafel sind kirchliche Einrichtungen. Sie stellten sich in den Dienst der Menschen, während andere noch anstanden, um im Pflegepark ihr Auto zu waschen oder noch schnell die letzten Geschenke kauften.

Nach dem besinnlichen Teil kam Hotelier Karsten Hess aus Aua herbei und bewirtete die Gäste der Bahnhofsmission. Das macht er nun schon im zweiten Jahrzehnt. Und das, obwohl für einen Gastronomen Weihnachten ohnehin viel Arbeit bedeutet. Rinderkraftbrühe mit Eierstich, Schweinekrustenbraten, Rotkohl und Wirsing und zum Schluss noch Schokoladenpudding fuhr er auf. Doch das war noch lange nicht die einzige Wohltat, die den Menschen an diesem Tage widerfuhr. Gerhard Stedtler vom Christlichen Hilfsdienst, der in diesem Jahr durch Spenden und Sponsoren immerhin 2 000 Päckchen für arme Menschen in Berlin Wedding und Rumänien packte, dachte an die Menschen in der Stadt und beschenkte jeden Teilnehmer der Weihnachtsfeier in der Bahnhofsmission mit einem der genormten gelben Kartons. Am zweiten Weihnachtstag brach er dann mit seiner Frau nach Rumänien auf, um dort die Spenden persönlich an Waisenkinder zu verteilen.

Gut für den Einkauf

Nach Nachtisch und Bescherung kam Martin Ködding als Abgesandter des Rotary Clubs herbei und verteilte Einkaufsgutscheine für Lebensmittel, die von der Metzgerei Roth gesponsert worden waren.

Zu Beginn des Tages war Samson Lind vom Verband der Sinti und Roma in Bad Hersfeld in die Bahnhofsmission gekommen. Der Verein hat 15 Kinder aus Rumänien in Familien untergebracht. Auch für sie gab es Päckchen mit süßem oder nützlichem Inhalt.

Von Kurt Hornickel

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