Klosteschänken-Wirt Bommer in der Luisenschule – Zukunft der Brandruine ungewiss

Neustart am Neumarkt

Ulrich Bommer ist mit seiner Klosterschänke vorerst in die Luisenschule umgesiedelt. Kurios: Bei den Arbeiten im Kellergewölbe fanden seine Helfer ein Schild unbekannter Herkunft mit der Aufschrift „Klosterschänke“. „Vielleicht ein gutes Zeichen“, so Bommer. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Der erste Schock nach dem Brand ist längst verarbeitet, nun soll es mit der Klosterschänke an einem neuen Ort weitergehen. Wirt Ulrich „Ulli“ Bommer und sein Team ziehen mit dem Restaurant zum 26. April in die alte Luisenschule am Neumarkt. „Es muss ja irgendwie weitergehen“, so Bommer. Die Zukunft der im Januar vollständig ausgebrannten Klosterschänke auf dem Johannesberg ist derzeit noch ungewiss.

Im Kellergewölbe der Luisenschule soll sie nun erst einmal wieder zum Leben erweckt werden. Seit etwa drei Wochen sind Bommer und seine Helfer damit beschäftigt, alles herzurichten. Die rustikalen Räumlichkeiten, in denen 60 bis 70 Gäste Platz finden sollen, hätten etwa zwei Jahre leer gestanden, nachdem dort zuletzt ein Tanzlokal untergebracht war.

Die Initiative zu der Idee, die Gastwirtschaft woanders weiter zu betreiben, solange die Zukunft der ehemaligen Klosterschänke ungewiss ist, sei von einem Stammgast gekommen. Nachdem Bommer mehrere Objekte besichtigt hatte, sei die Wahl schnell auf die Luisenschule gefallen, denn: „Das passt gut zu uns.“

Einen Vertrag hat Bommer zunächst für anderthalb Jahre unterzeichnet, ab Mai will er am neuen Standort auch noch eine Sonnenterrasse anbieten. Ob und wann Bommer wieder auf den Johannesberg zieht, ist fraglich. Der Abriss und ein möglicher Wiederaufbau der Traditions-Gaststätte scheinen aktuell noch in weiter Ferne.

20 Jahre hat Bommer die historische Klosterschänke betrieben, im Mai 2013 wären es 21 Jahre gewesen. Das Gebäude, für das die älteste Ausschanklizenz von 1623 stamme, sei im 30-Jährigen-Krieg schon einmal abgebrannt und anschließend wieder aufgebaut worden.

Dass es derzeit stockt, liegt laut Bauamtsleiter Johannes van Horrick nicht an der Stadt. Nachdem der ursprüngliche Denkmalwert im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgegangen sei, prüfe das Landesamt für Denkmalpflege auf Antrag der unteren Denkmalschutzbehörde – sprich: der Stadt – nun die Ausweisung einer neuen Denkmalzone, die die Gesamtanlage umfassen würde. Diese Variante würde auch von der Stadt bevorzugt. Eine weitere Möglichkeit wäre, nur die Sandsteingrundmauern „denkmalpflegerisch als Sachteil“ zu schützen.

Bommer müsse allerdings nun einen Abriss-Antrag oder Rückbau-Antrag vorlegen, seine Pläne erläutern und sich vor allem mit einem Fachmann beraten, erklärt van Horrick. Der Gastwirt indes fühlt sich nicht ausreichend informiert beziehungsweise ausgebremst.

Von Nadine Maaz

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