Neun Monate auf Bewährung für Kinderpornos auf dem Handy

Bad Hersfeld. Mehr als 600 Bild- und Videodateien mit kinderpornographischem Inhalt hatte ein 40-jähriger Hersfelder auf seinen Handys gespeichert.

Dafür wurde er am Donnerstag vom Strafrichter am Amtsgericht zu neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Darüber hinaus verhängte Richter Elmar Schnelle eine Geldauflage von 500 Euro.

Die Strafe fiel auch deshalb empfindlich aus, weil der privat arbeitende Altenpfleger erst im Januar vergangenen Jahres vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin eine Geldstrafe von 4500 Euro erhalten hatte – ebenfalls wegen des Besitzes von Kinderpornos.

Eine besondere Vorliebe für derartige Sexdateien wies der Angeklagte jedoch von sich: Er habe zunächst auf allgemeine, legale Porno-Angebote im Videotext reagiert und dann beim Austausch von ganzen Datei-Paketen auch verbotene Bilder und Videos mit Kindern, darunter auch etliche mit Hardcore-Inhalten, erhalten.

Warum er diese nach seinen schlechten Erfahrungen durch das Berliner Urteil im Folgenden nicht gelöscht, sondern weiter gespeichert und verschickt habe – diese Frage von Richter Schnelle konnte der Hersfelder nicht beantworten.

So aber fiel er durch einen dummen Zufall erneut auf: Einer der Empfänger hatte wohl irrtümlicherweise Dateien mit Kindern erhalten und daraufhin Anzeige erstattet. Die Polizei verfolgte die Sendung zurück, und schon hatte der noch bei seiner Mutter lebende Altenpfleger ein neues Verfahren am Hals.

„Wenn es stimmt, was Sie hier erzählen,“ sagte Richter Schnelle, „dann gibt es Leute, die besitzen so was aus Dusseligkeit. Ansonsten aber sollten Sie sich hinterfragen, ob Sie vielleicht ein psychisches Problem haben und sich in therapeutische Behandlung begeben.“

Der Angeklagte nahm das Urteil, das dem Antrag von Staatsanwalt Harry Wilke entsprach, an, äußerte sein Bedauern und versicherte, so etwas werde „nicht mehr vorkommen“.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare