Festspielensemble berichtete Obersberg-Schulklassen über das Familienstück

Neugierig auf Don Quijote

Neugierig gemacht: Festspielintendant Holk Freytag (links), die Regisseurin Laura Quarg und Tobias Bungter sowie die Schauspielerin Lea Isabel Schaaf (von links) erzählten in der Gesamtschule Obersberg von ihrer Arbeit am Familienstück „Don Quijote“. Foto:  nh

Bad Hersfeld. Wie lange braucht ihr, um eure Rolle auswendig zu lernen? Habt ihr euch schon mal verlaufen in den Gängen unter der Bühne? Wie lange probt ihr am Tag? Kriegt ihr euch auch mal in die Haare bei den Proben? Diesen und vielen anderen Fragen stellten sich der Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, Holk Freytag, und vier Mitglieder seines Ensembles im Audimax der Obersberg Schulen. Auf Einladung von Gymnasiazweigleiterin Cornelia Handke gaben sie für die Kinder der fünften, sechsten und siebten Klassen einen Vorgeschmack auf das Kinder- und Familienstück Don Quijote.

Freytag stellte die Grundidee in der Geschichte des Don Quijote vor: Die Macht der Phantasie, die Bedeutung von Freundschaft und der Glaube an das Unmögliche. Der Traum von einer harmonischeren, besseren Welt belebe auch die Festspielbühne, auf der zur Zeit 23 Nationalitäten zusammen arbeiten.

Autor Tobias Bungter, der gemeinsam mit Laura Quarg bei diesem Theaterstück Regie führt, erläuterte, welche Herausforderung es darstelle, ein 400 Jahre altes Buch von 1200 Seiten in ein Bühnenstück umzuwandeln. Dies betreffe nicht nur die Kürzung des Texts, sondern erfordere auch sehr viel Kreativität bei der Gestaltung des Bühnenbildes oder der Umsetzung der Rollen. Die beträchtliche Anzahl von 50 im Theaterstück benötigten Personen werde zum Beispiel von 12 Schauspielern dargestellt, die sich in Windeseile unter der Bühne umziehen müssten, um sich unter anderem von einer Prinzessin zu einer Schankwirtin und anschließend in ein Schaf zu verwandeln.

Tobias Bungter ließ die Schülerinnen und Schüler teilhaben an seinen Überlegungen, wie man einen Riesen oder ein Pferd auf der Bühne darstellen könnte. So mangelte es nicht an Vorschlägen aus dem jungen Publikum, von einem echten Pferd, einem Holzgestell nach trojanischem Vorbild, einem Stock als minimalistischem Modell bis hin zu einem Fahrrad. Bungter verriet nicht, welche Gestaltungsvariante er gewählt hat. Als einziges Geheimnis gab er den zukünftigen Festspielbesuchern preis, dass Don Quijotes Angebetete, Dulcinea, die im Buch ständig erwähnt wird, aber kein einziges Mal in Erscheinung tritt, hauptsächlich singend auf einer Schaukel in zehn Metern Höhe dargestellt wird.

Lea Isabel Schaaf, die die Dulcinea verkörpert, und Tom Gimbel, der den Sancho Pansa spielen wird, stellten sich ebenfalls vor und beantworteten die vielfältigen Fragen der Kinder.

Die Vorfreude und Neugier auf den Festspielbesuch der GSO-Schüler ist mit dieser gelungenen Veranstaltung geweckt worden. Auch die höheren Klassen kommen in den Genuss einer Aufführung: Die achten Klassen werden das Musical Kiss me Kate besuchen, die neunten Klassen lesen sich schon fleißig ein in Maria Stuart. (red)

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