Die 19-jährige Anna Brandau aus Bad Hersfeld geht für ein halbes Jahr nach Afrika

Neugierig auf Namibia

Gut informiert in die Republik auf der südlichen Erdhalbkugel: Anna Brandau aus Bad Hersfeld hat ihre Reise nach Namibia sorgfältig geplant. Sogar der internationale Führerschein ist beantragt – in dem afrikanischen Staat herrscht Linksverkehr. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Etwa 8289 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Bad Hersfeld und der Hauptstadt Namibias Windhuk. „Kaum vorstellbar, aber im Moment herrscht dort noch Winter“, sagt die 19-jährige Anna Brandau, die am 11. August in den Staat im südlichen Afrika aufbrechen wird. Ein halbes Jahr lang wird sie dann Kinder- und Jugendarbeitsprojekte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia betreuen.

„Plötzlich rückt die Abreise so nah“, sagt Anna Brandau mit einem Lächeln. Im Frühjahr hat sie ihr Abitur an der Modellschule Obersberg abgelegt. „Ich wollte nicht sofort ein Studium beginnen, sondern lieber etwas von der Welt sehen“, sagt die junge Frau. Afrika sei ihre erste Wahl gewesen.

Auch von ihren Eltern habe sie große Unterstützung erfahren – „obwohl sie natürlich besorgt um mich sind – das Leben in einer afrikanischen Stadt ist ja ein völlig anderes als im sicheren Bad Hersfeld.“

Staat leidet unter Dürre

Anna Brandau weiß, dass sie sich in dem Land, dessen Name sich von der großen Namib-Wüste ableitet, großen Herausforderungen stellen muss. „Zur Zeit leidet das Land unter der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren“, sagt die 19-Jährige. „Die Böden sind ausgetrocknet, das Wasser ist sehr knapp und viele Tiere sterben.“ Die Evangelisch-Lutherische Kirche habe daher zahlreiche Hilfsprojekte angestoßen, in die sie sich einbringen will. Ängste habe sie aber keine: „Durch solche Situationen lernt man die alltäglichen Luxusgüter, die uns in Deutschland umgeben, erst richtig zu schätzen.“

In Windhuk wird sie „in einer Art Wohngemeinschaft“ mit einer weiteren Helferin aus Deutschland leben. Für ihren Lebensunterhalt muss sie selbst sorgen, und auch Geld bekommt sie für ihr Praktikum nicht. Doch Anna wusste sich zu helfen und baute sich im Vorfeld der Reise einen eigenen Förderkreis auf: „Wer mich finanziell unterstützt, bekommt dafür Rundmails mit Bildern und kurzen Berichten aus Namibia.“

Sollte etwas von dem Geld übrig bleiben, will es die engagierte junge Frau in Hilfsprojekte fließen lassen.

Doch natürlich ist Anna Brandau auch einfach neugierig auf Namibia. Geplant sei unter anderem eine gemeinsame Reise in den Norden des Landes mit der Familie ihres Chefs, Jugenddiakon Christoph Höcht. „Dort kann man die unberührte, afrikanische Natur erleben.“ Gespannt sei sie auch auf die 300 000- Einwohner-Metropole Windhuk, die Hafenstädte am Atlantik, sowie die gewaltige Wüste Namib. „Zu Weihnachten ist in Namibia dann Hochsommer“, erklärt Anna. „Ich bin schon gespannt, wie dieses Fest gefeiert wird.“ Anna Brandau wird in der Hersfelder Zeitung in unregelmäßigen Abständen von ihren Erlebnissen in Namibia berichten.

Von Emily Spanel

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