In Bebra erste Wohngruppe für Minderjährige im Landkreis

Ein neues Zuhause für Kinder-Flüchtlinge

Flucht nach Deutschland: Die Jugendlichen aus Somalia und Afghanistan wohnen jetzt in Bebra. Unser Foto zeigt fünf von ihnen, zusammen mit drei Betreuern und hinten von links von der Stiftung Beiserhaus Bereichsleiter Jürgen Moritz, Direktor Harald Recke und Vizelandrätin Elke Künholz. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Ein neues Zuhause sollen künftig neun jugendliche Flüchtlinge in Bebra finden, die ohne ihre Familien aus Afghanistan und Somalia nach Deutschland gekommen sind. Die erste Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist gestern in einem frisch renovierten Haus in Bebra offiziell eröffnet worden.

Die Betreuung der 14- bis 17-jährigen, die unter schwierigsten Umständen aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind, hat die Stiftung Beiserhaus übernommen. Vor vier Wochen sind die ersten in das Haus an der Auestraße in der Nähe der ehemaligen Tennishalle eingezogen, inzwischen sind bereits alle Plätze belegt. Weitere vier Plätze sollen in einer Trainingswohnung entstehen, die noch angemietet werden soll, erklärte Erste Beigeordnete Elke Künholz.

Noch im Frühjahr soll eine weitere Wohngruppe in Bad Hersfeld mit zwölf Plätzen für Flüchtlinge im Kinder- und Jugendalter zur Verfügung stehen. Standort wird das ehemalige Haus Neuseeland an der Lambertstraße sein. Hinzu kommen vier junge Flüchtlinge, die im Auftrag des Kreises von der Drogenhilfe Nordhessen in Felsberg aufgenommen werden.

Künholz appellierte an alle Beteiligten, den – in diesem Falle jungen Männern – Wohlwollen entgegenzubringen, ihnen Hoffnung und eine Perspektive zu geben. Die Kosten für Unterbringung und Betreuung trägt das Land Hessen.

Die Stiftung Beiserhaus betreibt seit Jahren im Auftrag des Landkreises auch die Jugendhilfestation an der Friedrichstraße in Bebra. Wie Harald Recke, der Direktor der Stiftung, erklärte, steigt die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge seit 2009 wieder. Der Kreis sorgt für eine angemessene Unterbringung, Versorgung und pädagogische Betreuung laut Kinder- und Jugendhilfegesetz. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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