Im Gebäude-Ensemble am Kurpark soll ein Gesundheitszentrum entstehen

Neues Leben im Café Bolender

Sie wollen das alte Café Bolender aus dem Dornröschenschlaf wachküssen: Architekt Fred Dehn und die beiden Investorinnen Luise Bolender und Saskia Hildwein (von links) vor der charakteristischen Rundecke des Gebäudeensembles aus dem Jahr 1956. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Seit Jahren liegt das alte Café Bolender am Eingang zum Kurviertel im Dornröschenschlaf. Jetzt wollen zwei Bad Hersfelder Geschäftsfrauen dem architektonisch-originellen Ensemble neues Leben einhauchen.

Die Apothekerin Saskia Hildwein und Luise Bolender von gleichnamigen Steuerbüro wollen in dem Gebäude ein Gesundheitszentrum einrichten.

Die Pläne dafür hat der Bad Hersfelder Architekt Fred Dehn erarbeitet. Das Café Bolender steht unter Denkmalschutz. Das Gebäude aus dem Jahr 1956 war nach einem Feuer von dem Hamburger Architekten H.M. Hübner im typischen Stil der 50er Jahre entworfen worden. Zwei ovale Flachdachbauten korrespondieren mit einem eingeschossigen, langgestreckten Trakt mit wellenartig konstruiertem Vordach, unter dem eine Ladenzeile untergebracht ist, heißt es dazu im Denkmalführer von Bad Hersfeld. Diese typische Architektur setzt sich auch im Inneren mit einer großen Freitreppe, Panoramafenstern und einem Steinmosaik-Fußboden fort.

Anbau wird abgerissen

So soll das neue Gebäudeensemble nach der Sanierung von der Straße Am Kurpark aus aussehen: Die architektonische Linie des Café Bolender bleibt erhalten. Zeichnung: Architekturbüro Dehn

„In Abstimmung mit der Stadt und der Denkmalbehörde werden wir das Gebäude sanieren“, erklärt Architekt Dehn. Die Ansicht von der Straße Am Kurpark bliebe daher unverändert. Das angeschlossene Haus in der Wigbertstraße 1 – ein Altbau aus der Biedermeierzeit zwischen 1833 und 1836 – soll allerdings im Herbst der Abrissbirne zum Opfer fallen. Der Antrag dafür ist bereits gestellt. Dort soll sich dann ein Neubau an das alte Café Bolender anschließen, dessen Größe von der Nachfrage nach Gewerbefläche abhängen soll. Dehn plant dort ein „modernes, zurückhaltendes Gebäude“. Insgesamt stehen in dem Gesundheitszentrum 880 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Ein größerer Anbau würde weitere rund 400 Quadratmeter Fläche schaffen. Zum Vergleich: Das Gesundheitszentrum im ehemaligen Hotel Wenzel neben der Kurbad-Apotheke, das ebenfalls Saskia Hildwein gehört, hat 1200 Quadratmeter Fläche. Hinter dem neuen Gesundheitszentrum sollen über 30 Parkplätze für Mitarbeiter und Patienten entstehen.

Das Fußpflege-Studio, das Kinderhospiz und – das ist die wohl wichtigste Nachricht für alle Nachtschwärmer auch die Kultkneipe Zigeunerkeller – bleiben bestehen. Als besonderes Highlight könnten auf dem Dach des Gesundheitszentrums zudem zwei Penthäuser entstehen. Die Statik des Café Bolender sei für eine solche Aufstockung geeignet, sagt Architekt Dehn.

Vermietung ab Mitte 2017

„Viele Arztpraxen in Bad Hersfeld sind veraltet, und die Patienten schätzen es, wenn mehrere Gesundheitsangebote an einem Ort sind“, sagt Saskia Hildwein. Sie sieht daher einen großen Bedarf für das neue Gesundheitszentrum. Zwei Ärzte haben bereits ihr Interesse an neuen Räumen bekundet. Hildwein hofft nun, dass sich weitere Ärzte, aber auch Psychotherapeuten oder Ergotherapeuten für die neuen Räume interessieren. Ab Mitte 2017 soll die Vermietung beginnen.

Kontakt und weitere Infos: Architekturbüro Fred Dehn, Telefon: 06621/50580 oder info@architekt-dehn.de

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