Durch eine neue Solaranlage sollen die Schulen am Obersberg stromautark werden

Neues Dach, grüner Strom

Hoffen auf Sonnenschein: Geno Scolar Vorstandsmitglied Dr. Christof Münscher, Schulleiter Falko Radewald, Kirchner Solar Group Marketingleiterin Sabine Wimhöfer-Menjé, Geno Scolar Vorstandsmitglieder Manfred Ringer und Andreas Grunwald und Kirchner Solar Group Mitarbeiter Jörg Rode vor der neuen Photovoltaikanlage (von links). Fotos: Radick

Bad Hersfeld. Wenn die Schüler und Schülerinnen der beruflichen Schule am Obersberg aus den Weihnachtsferien zurückkommen, werden sie im Foyer neben dem Bildschirm, der die Unterrichtsvertretungen anzeigt, noch ein zweites Display sehen. Darauf steht aber kein Ausfall, im Gegenteil: Dort wird angezeigt, wieviel Strom in der Schule gerade erzeugt wird. Seit gestern läuft nämlich eine Photovoltaik- oder Solaranlage auf dem Dach der Schule.

Die dritte Schule im Kreis

Die Energiegenossenschaft Geno Scolar, die sich erst in diesem Jahr gründete, hat in Zusammenarbeit mit der Kirchner Solar Group mit dieser Anlage bereits die dritte Schule mit Strom versorgt. Bereits im Sommer wurde eine Anlage auf dem Dach der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg in Betrieb genommen, vor wenigen Tagen eine Anlage auf der beruflichen Schule in Bebra. Möglich wurde die Installation der Photovoltaikanlage erst, nachdem das Dach der Schule saniert war; immerhin lasten acht Kilogramm auf jedem Quadratmeter. Schulleiter Falko Radewald sieht die Nutzung erneuerbarer Energien als Teil des Lehrauftrags seiner Schule. „Jede Kilowattstunde, die hier hergestellt wird, wird nicht aus fossilen Brennstoffen gewonnen“, sagt er. Ebenso sei das Display im Foyer nötig, einfach damit die Schüler sähen, was hier auf der Schule passiere. Eine offizielle Einweihungsfeier wird Anfang der Osterferien stattfinden.

Die Solaranlage dient in erster Linie dazu, den Stromverbrauch der Schulen am Obersberg zu decken, nur die Überproduktion soll ins Stromnetz der Stadt eingespeist werden.

Keine Dachpacht

Dass der Landkreis das Projekt unterstützt, sieht man an der nicht erhobenen Dachpacht. Im Gegenzug verpflichtet sich Geno Scolar, den Förderverein der Schule mit einem Betrag in der gleichen Höhe zu unterstützen. Diese Regelung gilt auch an den Schulen Rotenburg und Bebra.

Die Geno Scolar ist eine im April 2011 gegründete Genossenschaft, die Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden installieren will, um so Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen und den Eigenverbrauch des Gebäudes zu decken. Unter dem Schlagwort „Aus der Region, für die Region“ wurde für die Installation der Solarmodule gezielt nach einer Firma in der Nähe gesucht und schließlich in der Kirchner Solar Group aus Alheim-Heinebach gefunden. Ebenso wichtig ist für die Genossenschaft die Informations- und Aufklärungsarbeit. Diese wird bei den nächsten Projekten besonders wichtig sein, sagt Vorstandsmitglied Dr. Christof Münscher, es soll nämlich nicht nur bei Solarenergie bleiben, sondern auch Windenergie gewonnen werden.

Von Irene Radick

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