Neuer Versuch fürs Festspiel-TV

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Festspiel-TV

Bad Hersfeld. Auf der Prioritätenliste der Hessentags-Projekte 2019 war die Idee eines Entertainment-Fernsehens für die Bad Hersfelder Festspiele bei den Stadtverordneten durchgefallen. Etwas überraschend stand das Thema jedoch bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Bildung wieder auf der Tagesordnung - mit einer Kostenschätzung von 182 000 Euro schon für das nächste Jahr.

Joern Hinkel, künstlerischer Leiter der Festspiele und Stellvertreter von Intendant Dieter Wedel, versuchte den Parlamentariern zu verdeutlichen, dass sich diese Version eines Festspiel-TV von der vor Kurzem abgelehnten Idee inhaltlich unterscheide und im Hinblick auf das Lutherjahr 2017 einen erheblichen Imagegewinn für die Stadt bedeuten könne.

Reformation als Thema 

Hinkel deutete zunächst an, dass die Festspiele drei Produktionen planen, die sich um das Thema Reformation drehen, davon zwei Schauspiele und ein musikalisches Stück mit dem in diesem Jahr etablierten Konzert- und Festspielchor. Den Spielplan 2017 wollte Hinkel an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten, zumal die Gespräche und Verhandlungen mit Autoren und Regisseuren noch nicht angeschlossen seien.

Zahlreiche Extras 

Der ursprüngliche Gedanke eines eigenen Festspiel-Kanals (unsere Zeitung berichtete) wurde mittlerweile verworfen. Aktuell soll jedoch per Glasfaser-Technik eine Plattform genutzt werden, auf der neben den üblichen TV-Programmen auch Produktionen aus der Stiftsruine eingespielt werden könnten - ausgestattet mit zahlreichen Extras wie verschiedenen Kamera-Blickwinkeln, Informationen über die Darsteller und Links zu Bildungsprogrammen.

Moderne Fernseher verfügen bereits über die erfroderliche Technik, eine Umrüstung ist also nicht erforderlich. Für die Aufzeichnung der Theateraufführungen will man eine Sendeanstalt gewinnen. Das Interesse sei groß, berichtete Hinkel, Verhandlungen bereits im Gange.

Der stellvertretende Intendant sprach zudem von einer Chance für Bad Hersfeld, hier eine Vorreiter-Rolle einzunehmen. „Wenn wir es nicht machen, machen es andere. Wir könnten die Ersten sein“, sagte er und verwies auf die zu erwartende bundesweite Aufmerksamkeit. Hinkel verhehlte nicht, das Thema zunächst mit Skepsis betrachtet zu haben. Mittlerweile sei er jedoch von den Möglichkeiten der digitalen Technik überzeugt.

Für die SPD signalisierte Bernd Wennemuth Ablehnung: Das Projekt sei abgelehnt, der Beschluss bindend. Auch lägen für Festspiele 2016 noch keine Zahlen vor.

Michael Barth (FWG) sah hingegen „eine ganz große Chance“ und frage: „Wollen wir oder wollen wir nicht?“ Ein Beschluss war vom Ausschuss nicht zu fassen.

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