Untergrund am Hallenbad aufgeweicht – Direktor hofft auf Ersatzfläche in US-Kaserne

Neuer Platz für den Zirkus

Hier wäre Platz: Mirjan Mavici (links) und Slawek Szymanski vom Zirkus Charles Knie messen den Platz in der ehemaligen US-Kaserne aus. Ob der Zirkus dort gastieren darf, entscheidet sich heute.

Bad Hersfeld. Wohin mit 100 Menschen, fast ebenso vielen Tieren und mehr als 200 Fahrzeugen? Von Samstag bis Montag will der Zirkus Charles Knie Bad Hersfeld gastieren. Wo das 1400 Zuschauer fassende Zelt aufgebaut wird, stand drei Tage vor der Premiere jedoch noch nicht fest.

Nur soviel ist bereits sicher: Die Vorstellungen werden nicht wie geplant auf dem Festplatz am Hallenbad stattfinden. Das wurde gestern bei der Platzübergabe an Direktor Sascha Melniak und seine Mitarbeiter deutlich. Das Gelände sei aufgeweicht, berichtete Melniak im Gespräch mit unserer Zeitung, sodass ein Befahren mit schweren Sattelaufliegern schlicht unmöglich werde. Selbst wenn der Aufbau unter erschwerten Bedingungen gelänge: Spätestens wenn am Wochenende die Temperaturen milder werden, würde der Zirkus buchstäblich in der aufgeweichten Wiese versinken, fürchtet Melniak. Das Zirkuszelt könne auch nicht auf dem asphaltierten Parkplatz aufgebaut werden, weil eine Hochspannungsleitung zu nahe an diesem Bereich vorbeiläuft.

Die Hoffnungen des Zirkusdirektors ruhen derzeit auf einer Freifläche in der ehemaligen US-Kaserne an der Leinenweberstraße. Den Kontakt mit der Bundesimmobilienverwaltung als Eigentümer hat Melniak bereits aufgenommen, ob der Zirkus den ehemaligen Appellplatz nutzen darf, entscheidet sich erst heute im Laufe des Tages. Auf den Ausweichplatz könnten dann jedoch nur das Spielzelt und die 81 Tiere untergebracht werden. „Die Wohnwagen und übrigen Fahrzeuge würden wir dann auf den Platz am Hallenbad abstellen“, sagt der Zirkusdirektor. An eine Absage des dreitägigen Gastspiels will der 38-Jährige mit Blick auf die damit verbundenen Kosten allerdings nicht denken. Außerdem wolle er die Zirkusbegeisterten nicht enttäuschen, die sich auf das Gastspiel freuen und bereits eine Karte gekauft haben, sagt der 38-Jährige.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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