Nur wenige junge Leute interessieren sich für den Zivi-Ersatz

Neuer Freiwilligendienst: Überall fehlen Bewerber

Hersfeld-Rotenburg. Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD), der seit dem 1. Juli den Zivildienst ersetzt, ist in unserer Region nur schleppend angelaufen. „Bisher gab es nur vereinzelte Anfragen“, sagt Nicole Soost, die für die Organisation Volunta Freiwilligendienste im Kreis Hersfeld-Rotenburg vermittelt. „Das Freiwillige Soziale Jahr ist einfach bekannter und wird deshalb auch mehr nachgefragt.“

Obwohl der BFD in der Bezahlung identisch mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr ist (das Taschengeld liegt jeweils bei maximal 330 Euro), bleiben viele Plätze für die neuen Freiwilligen leer. Das Klinikum Bad Hersfeld gibt beispielsweise die Zahl der freien BFD-Stellen mit 40 an. Auch das Herz-Kreislaufzentrum in Rotenburg kann bisher nur zwei seiner acht „Bufdi“-Plätze besetzen. Lediglich eine weitere Bewerberin ist in Aussicht. „Die Unterstützung fehlt schon“, sagt Stefan Wild, Qualitätsmanagement-Beauftragter des HKZ.

Bei der Bahnhofsmission in Bad Hersfeld und den Maltesern in Bebra wäre ebenfalls noch genug Arbeit für einen Freiwilligen übrig. Und im Kreisaltenheim in Niederaula rechnet man gar nicht mehr damit, dass die fünf verfügbaren BFD-Stellen besetzt werden. „In diesem Jahr wird das nichts mehr“, mutmaßt Heimleiter Armin Tränker. „Nach den Sommerferien sind die meisten jungen Leute irgendwo untergekommen.“

In Niederaula hat sich die Altenheimbelegschaft auf die Zeit nach dem Zivildienst mit Neuanstellungen und komprimierter Arbeit vorbereitet. Und niemand dort ist überrascht über den Bewerbermangel. „Es war schon in den letzten Jahren schwierig, genug Zivis zu finden“, erzählt Armin Tränker.

Stefan Wild vom HKZ Rotenburg hofft, dass eine regionale Werbekampagne nochHelfer mobilisiert. „An sich ist der Freiwilligendienst eine tolle Sache“, sagt er. „Aber ich verstehe, dass für viele der Anreiz fehlt, sich zu engagieren. Da gehört schon viel Motivation dazu.“ KREISSEITE

Von Saskia Trebing

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