Höhere Fahrpreise durch Wegfall der IC-Züge im Fernverkehr

Neuer Bahn-Fahrplan erzürnt Pendler im Landkreis

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Der Einsatz moderner ICE-Züge bedeutet Mehrkosten für viele Pendler.

Bad Hersfeld. Wenn am Sonntag, 13. Dezember, der neue Fahrplan im Fernverkehr der Deutschen Bahn in Kraft tritt, wird es für die Pendler richtig teuer: Weil die Bahn dann auf der Strecke zwischen Erfurt und Frankfurt/Main fast ausnahmslos moderne ICE-Züge einsetzt, müssen Waldhessen mit Arbeitsplatz in Thüringen oder dem Rhein-Main-Gebiet entsprechend höhere Preise bezahlen.

Eine Jahreskarte mit ICE-Nutzung kostet für die Strecke von Bad Hersfeld nach Frankfurt gut 3400 Euro, rund 500 Euro mehr als das Ticket für den gewöhnlichen Intercity.

Alternativ müsste der Nahverkehr von RMV und NVV genutzt werden, was zwar deutlich günstiger ist, die Fahrzeit mit Umsteigen aber um etwa eine Stunde verlängert. Der Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (CDU) hat deshalb beim zuständigen Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn, Klaus Vornhusen, bereits nachgehakt.

Auch für andere Bahn-Reisende hat der neue Fahrplan seine Tücken. Zwar wurden die rumpelnden IC-Waggons, die zum Teil noch aus Interregio-Zeiten stammten, mit der Umstellung auf die ICE-Züge ausgemustert, doch die Anschlüsse kosten mehr Zeit als bisher. Kreuzte die ICE-Linie nach Dresden bisher in Naumburg die Verbindung von München nach Berlin (und umgekehrt) mit nahtlosem Umsteigen am selben Bahnsteig, so findet der Zugwechsel jetzt in Erfurt oder Leipzig statt – mit Pausen von mehr als 20 bis zu über 50 Minuten. Nur einen einzigen durchgehenden Zug in die Hauptstadt gibt es vorläufig noch ab Bad Hersfeld – freitags um 17.40 Uhr, der Berlin über die neue Schnellbahnstrecke zwischen Erfurt und Leipzig sogar in weniger als drei Stunden erreicht.

Bahnreisende ab Bebra betrifft das alles nicht: Dort fahren auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Dresden ab 13. Dezember nur noch Intercitys. (ks)

Mehr zum Thema lesen Sie in der HZ am Donnerstag.

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