Grundstückseigentümer müssen Abwasserleitungen prüfen lassen

Neue Verordnung wird für Hausbesitzer teuer

Hersfeld-Rotenburg. Jeder Grundstückseigentümer muss künftig nachweisen, dass die Abwasserleitungen auf seinem Grund und Boden dicht sind. Ab April soll dies hessenweit in einer neuen Verordnung geregelt werden. Die Kosten für die Untersuchung der verlegten Leitungen und Rohre muss jeder Grundstückseigentümer dabei selbst tragen – ebenso wie möglicherweise erforderliche Reparaturen.

„Bereits das Baurecht sieht vor, dass Hausanschlusskanäle – das heißt die Zuleitungen der privaten Abwasserleitungen zum öffentlichen Hauptkanal – dicht sein müssen“, erklärt Stephan Heckeroth, Leiter der Stadtwerke Rotenburg. Um das sicherzustellen, müssten diese nun zwingend untersucht werden. Wie, das ist im Detail noch nicht bekannt und soll in der neuen Verordnung geregelt werden. Genauso wie der Zeitpunkt, bis wann Grundstückseigentümer den Nachweis erbringen müssen.

Termin auf April verschoben

Die neue Eigenkontrollverordnung sollte bereits zum 1. Januar in Kraft treten. Doch der Termin wurde auf den 1. April verschoben – nach Angaben des Hessischen Umweltministeriums hatte es noch Abstimmungsbedarf gegeben.

In Bad Hersfeld hat die Überprüfung der Hausanschlüsse im Zuge einer allgemeinen Kanal-Untersuchung bereits begonnen. Martin Bode, Leiter des städtischen Abwasserbetriebs, verwies in diesem Zusammenhang auf die besondere Verpflichtung der Kurstadt, die zum großen Teil im Heilquellenschutzgebiet liegt.

In Bebra und Rotenburg laufen intensive Vorbereitungen. „Wir stehen in den Startlöchern – wenn alle rechtlichen Vorgaben geklärt sind, geht es los“, sagt Herbert Höttl, Leiter des Bebraer Abwasserbetriebes.

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In Bad Hersfeld gibt es erste Erfahrungswerte – zumindest für den öffentlichen Teil des Hausanschlusses vom Kanal bis zur Grundstücksgrenze. Die Kosten liegen dort in der Regel unter 100 Euro.

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Von Karl Schönholtz und Peter Gottbehüt

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