Musikalisches Dankeschön für Sponsoren und Unterstützer mit absurder Unterhaltung, Klassikern und Jazz

Konzert im Bach-Haus: Neue Töne in neuem Licht

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Musikalisches Dankeschön im Bach-Haus: Herrlichen „Jazz für drei“ produzierten Petra Wiehe am Kontrabass, Jan Luley am Flügel und Hannes Brauer an der Trompete.

Bad Hersfeld. Der Blick nach draußen ist erstmals verhängt. Und doch öffnen sich neue Horizonte im Bach-Haus an der Nachtigallenstraße. Die neue LED-Lichtanlage taucht die Spielstätten in bisweilen kräftiges, farbiges Licht.

Den Sponsoren und Unterstützern, die die Neuanschaffungen für das Bach-Haus ermöglicht haben (wir berichteten), sollte am Freitagabend „Ein Dank mit neuen Tönen“ ausgesprochen werden.

Friedhelm Fett, Vorsitzender des Vereins Musische Bildungsstätte, begrüßte etwa fünf Dutzend Besucher. Er wies auf die neue Variabilität des Bach-Hauses hin und versprach frohgemut eine lebendige Festspielzeit – auch seitens des Arbeitskreises für Musik: „So ganz geben wir nicht klein bei!“

Dann treten drei dunkel gekleidete Herren in Erscheinung: Helgo Hahn, Joern Hinkel und Friedhelm Fett. Mit markanter Stimme tragen sie Jean Tardieus meistgespieltes Werk „Die Sonate und die drei Herren – oder wie spricht man Musik?“ vor. Absurde Unterhaltung über ein nicht näher bezeichnetes Thema. Das Gespräch beschwört Klangbilder, Tempi und Rhythmen, die den Sätzen einer Sonate entsprechen: Largo, Andante, Finale. Fett leitet über zu Maurice Ravels Klassiker „Bolero“. Detlef Steffenhagen hat ihn für die Tschöckel-Orgel des Bach-Hauses, die man zunächst so richtig arbeiten, ja fast schon klappern hört, eingerichtet.

Der für außergewöhnliche Konzertereignisse bekannte Kantor zieht alle Register. Seine Interpretation gewinnt Kraft und Volumen und nach dem ebenso erwarteten wie überraschenden Ende wird ihm jede Menge Beifall zuteil. Später wird noch reichlicher gespendet für seine „Mit Bach nach Brasilien“ überschriebenen Variationen, die einen Bogen spannen von Bachs bekannter Toccata bis hin zu „Tico Tico“ und „Manhã de Carnaval“ aus dem Film „Orfeu Negro“.

Herrlichen „Jazz für drei“ produzieren Petra Wiehe am Kontrabass, Jan Luley am Flügel und Hannes Brauer an der Trompete, aber auch als Sänger: „You’d Be So Nice to Come Home to“. In der zweiten Runde der so noch nie angetretenen Formation, in der Brauer zu großer Form aufläuft, heißt es: „I’m Beginning to See the Light“. Das Publikum ist begeistert. Aber es goutiert auch weitere, leisere Töne von Helgo Hahn, der eine von Brechts Geschichten von Herrn Keuner vorträgt. Beider Fazit: „Man muss die Dummheit ja ausrotten, weil sie dumm macht, die ihr begegnen!“

Mit einer Spezialversion des Hurricane-Boogie-Woogie setzt Jan Luley das Ausrufezeichen des Abends. Er klopft hier und da und entlockt seinem Piano fast überall Töne. Einfach toll und Grund genug, vor lauter Glück zu pfeifen, ehe Moderator Fett mit Wolf Dietrich Schnurres „Schuld“ den Schlusspunkt setzt.

Von Wilfried Apel

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