Tennet stellt Vorschlag für Streckenführung vor

Neue Stromtrasse durch Hessen geplant

Der Weg durch Deutschland: Von Wilster in Schleswig-Holstein soll die Trasse quer durch Deutschland bis Grafenrheinfeld verlaufen. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden die Gemeindegebiete von Neuenstein, Kirchheim und Niederaula berührt. Grafik: dpa

Berlin/Bad Herfseld. Der Netzbetreiber Tennet hat den ersten Vorschlag für die Streckenführung der SuedLink-Trasse vorgelegt, der 800 Kilometer langen Stromleitung von Schleswig-Holstein bis nach Bayern. Die Trasse soll westlich an Kassel und an Bad Hersfeld vorbeiführen. Dabei würde die Trasse die Gemeindegebiete von Neuenstein, Kirchheim und Niederaula berühren.

Mit dem Vorschlag für den konkreten Verlauf der Trasse tritt Deutschlands größtes Netzausbauprojekt in die heiße Phase. Wie die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW am Mittwoch in Berlin mitteilten, könnte die Haupttrasse des insgesamt 800 Kilometer langen SuedLink-Projekts bis zum Jahr 2022 von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern führen. Sie soll große Mengen Windstrom vom Norden in den Süden bringen, und dort die Stilllegung mehrerer Atomkraftwerke kompensieren.

70 Meter hohe Masten

„Jemand muss anfangen zu sagen, da kann es lang gehen“, sagt Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman. Das Unternehmen ist für den Hauptteil der Trasse verantwortlich. Die Masten sollen 60 bis 70 Meter hoch sein, man habe schon geschaut, „wie sieht die Natur aus, wo wohnen die Menschen“. Der Dialog mit den Bürgern über den Trassenverlauf soll jetzt beginnen. Eine so genannte Dialogveranstaltung soll am Donnerstag, 13. Februar, von 18 bis 20 Uhr in der Stadthalle Bad Hersfeld, Wittastraße 5, stattfinden.

TransnetBW-Geschäftsführer Rainer Joswig erläuterte, dass bis 2016 mit der Baugenehmigung gestartet werden soll, 2022 soll die Leitung stehen.

Ziel ist Grafenrheinfeld

Der Vorschlag führt von Wilster (Schleswig-Holstein) aus an Verden vorbei, zwischen Hannover und Lehrte durch, vorbei an Hildesheim. Danach geht es in südwestlicher Richtung an Höxter, Warburg (NRW) und westlich an Kassel vorbei. Von dort an Bad Hersfeld vorbei Richtung Süden, um Fulda passierend in das bayerische Grafenrheinfeld zu münden.

Die als Gleichstromverbindung geplante Trasse ist eine von drei großen Neubauprojekten mit insgesamt 2800 Kilometern Länge. Als Gesamtkosten werden mindestens zehn Milliarden Euro für insgesamt 36 Ausbau- und Netzverstärkungsprojekte veranschlagt. Wenn die Leitungen als Erdkabel verlegt werden, wird es teurer werden. (dpa)

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