Verantwortliche wollen Maßnahmen für die Zukunft prüfen – „Gemeinsames Interesse“

Neue Pläne fürs wortreich

Bad Hersfeld. Turbulent soll es bei der Sitzung des Aufsichtsrates der worteich GmbH zugegangen sein (wir berichteten) – konkrete Entscheidungen zur Zukunft des Mitmachmuseums wollen die Verantwortlichen aber wohlüberlegt und in Ruhe treffen.

Zu möglichen Maßnahmen wollte sich niemand äußern. Bei den Überlegungen seien aber alle Geschäftsbereiche vom Personal über Öffnungszeiten und Eintrittspreise bis hin zum Bistro einbezogen.

Das wortreich steckt wegen zu geringer Besucherzahlen in der Krise und ist derzeit ein Zuschussgeschäft. Aktuelle Zahlen hatten Bürgermeister Thomas Fehling und einer von drei ehrenamtlichen Geschäftsführern des wortreichs, sowie Mit-Geschäftsführer Christian Mayer am Freitag vorgelegt. Statt der zu Beginn kalkulierten 120 000 Besucher pro Jahr kamen im ersten Halbjahr 2012 40 000 Besucher in das Museum rund um Sprache und Kultur, bis Ende des Jahres sollen es 75 000 sein. Im Juni waren bei der Bank 200 000 Euro Kontokorrentkredit aufgenommen worden, am vergangenen Donnerstag beschloss der Aufsichtsrat der städtischen Wirtschaftsbetriebe eine Kapitalaufstockung in Höhe von 100 000 Euro.

Während Bürgermeister Fehling Kritik an den vom planenden Fachunternehmen Petri & Tiemann erstellten Besucher-Prognosen und der Risiko-Verteilung zu Ungunsten der Stadt geübt hatte, hatte der Geschäftsführer der wortreich management GmbH als Petri & Tiemann-Tochter und operativer Betreiber des Museums das Marketing bemängelt.

Argumente ausgetauscht

Bei der Sitzung des Aufsichtsrates der wortreich gGmbH sollte die wortreich management GmbH nun einen neuen Wirtschaftsplan vorlegen, um eine solide Basis für die Zukunft des wortreichs zu schaffen.

„Es wurden deutlich Positionen ausgetauscht und Vorschläge auf den Tisch gelegt“, berichtete Christian Mayer zum Verlauf des Treffens. Die Vorschläge und Maßnahmen sollen nun bis Ende August geprüft werden, dann ist eine weitere Sitzung des Aufsichtsrats geplant. Schnellschüsse wolle man vermeiden. „Das Gremium hat beschlossen, keinen Aktionismus walten zu lassen, sondern alle Vorschläge in Ruhe zu prüfen und erst dann zu handeln“, so Mayer. Er betonte außerdem noch einmal, dass das wortreich an sich nicht in Fage gestellt würde. „Das wortreich ist ein tolles Produkt.“

Dieser Meinung ist auch Frank Müller-Wagner als Geschäftsführer der wortreich management GmbH: „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das wortreich funktioniert, das ist ein tolles Produkt.“ Nun müssten Mittel und Wege gefunden werden, die finanzielle Situation zu meistern. Die Betreibergesellschaft sei aufgefordert, bis zur nächsten Sitzung detailliertere Pläne auszuarbeiten. „Jetzt wird erstmal inhaltlich gearbeitet“, so Müller-Wagner. „Es gibt unterschiedliche Interessenslagen, aber ein gemeinsames Interesse.“ Bis Ende August müsse auch laut Bürgermeister Fehling etwas vorliegen, „dann muss auf jeden Fall was passieren“. Alle Gremien seien sich ihrer Verantwortung bewusst, „wir legen die Hände nicht in den Schoß.“

Für alle wortreich-Mitarbeiter gab es Dienstagabend eine Betriebsversammlung.

Von Nadine Maaz

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