Netzausbaupläne sehen bis 2032 bis zu sechs neue Leitungen vor

Neue Mega-Stromtrasse durch Region fast sicher

+

Hersfeld-Rotenburg. Die Pläne für weitere Stromleitungen durch die Region nehmen Gestalt an. Das geht aus dem gerade genehmigten Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur hervor.

Demnach soll der im Norden produzierte Strom über mindestens drei Großkorridore in die Ballungsgebiete und Industriezentren im Süden transportiert werden. Eine dieser Mega-Trassen läuft in einem 120 Kilometer breiten Korridor durch Nordhessen.

Die Luftlinie zwischen den Endpunkten in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bzw. Bayern verläuft direkt durch Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Bisher sehen die Pläne der Bundesnetzagentur nur vor, dass in diesem Korridor zwei Leitungen verlaufen werden. Sie sollen bis 2022 in Betrieb gehen.

Klaus Rohmund, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Keine-380-kV-Freileitung im Werra-Meißner-Kreis“, geht aber von weiteren Leitungen aus. Er hat Unterlagen der Netzbetreiber, in denen bis 2032 bis zu sechs Leitungen angedacht sind. Der so genannte Korridor C „wird zu einem Transportkanal ausgeweitet“, sagt Rohmund. „Das wird eine richtig massige Trasse.“

Rohmund gilt seit seinem Engagement gegen die 380-kV-Leitung von Wahle nach Mecklar als kompetenter Ansprechpartner für Bürgerinitiativen. Bisher seien die neue Leitungen nur „mit dem Lineal von Nord nach Süd gezogen“. Spannend werde es, wenn die Planungen konkreter werden. Rohmund vermutet, dass sich dann auch der bisher noch verhaltene Widerstand vor Ort verstärken wird.

Die Bundesnetzagentur hat die ursprünglichen Ausbaupläne der Netzbetreiber um etwa 1000 Kilometer gekürzt. Aber Nordhessen und insbesondere Hersfeld-Rotenburg seien „schon extrem betroffen“, sagt Rohmund.

Er geht davon aus, dass die Bundesregierung und auch der Bundestag die Pläne bestätigen werden. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Claas Michaelis

Kommentare