250 Jahre Hersfelder Zeitung: Jubiläumsfeier in der Schilde-Halle mit 500 Gästen

Neue Medien als Chance

Geburtstagsständchen: Der Obersberg-Chor von Ulli Meiß und der HZ-Chor sangen gemeinsam für die Gäste der Feier zum 250-jährigen Jubiläum der Hersfelder Zeitung in der Schildehalle. Foto: Konopka

Bad Hersfeld. Ein Medienunternehmen zwischen Tradition und Moderne beschrieben Festredner und Gratulanten am Samstagnachmittag bei der Feier zum 250-jährigen Jubiläum der Hersfelder Zeitung.

Vor gut 500 geladenen Gästen in der Schilde-Halle bezeichnete Verleger Dr. Dirk Ippen die HZ als „lokale Marke“, deren Rolle weit über das Vermitteln von Nachrichten hinausgehe. Vielmehr sei sie „Teil der örtlichen Gemeinschaft“ und damit eines „Solidarsystems, in dem sich der Einzelne wiederfindet.“

In Bezug auf neue Medien bezeichnete Ippen die Lokalzeitung in einem Gedankenspiel als „ersten Browser, der mich frühmorgens informiert“.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, der direkt nach einem Wahlkampftermin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von Wiesbaden in die Schilde-Halle geeilt war, würdigte die „große verlegerische und journalistische Leistung“ der Hersfelder Zeitungsmacher.

Gleichwohl merkte Bouffier an, dass Tradition alleine nicht ausreiche, sondern dass gelegentliche Veränderungen ein ständiger Prozess seien.

„Die HZ hat das über zweieinhalb Jahrhunderte fertig gebracht“, sagte Bouffier, der mit Blick auf den Neubau des Verlagsgebäudes direkt nebenan hinzufügte: „Wer baut, will bleiben.“ Dort soll dann auch eine Ehrentafel ihren Platz finden, die der Ministerpräsident HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm überreichte.

Eine Urkunde für die Anerkennung der unternehmerischen Leistung hatte Dr. Walter Lohmeier, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, mitgebracht. Im Online-Geschäft sei die „wesentliche Herausforderung für die Printmedien“ zu sehen, sagte Lohmeier, der hintersinnig hinzufügte: „Für einen Wirtschaftsstandort ist die gefühlte Lage mindestens so wichtig wie die messbare.“

Dr. Wolfgang Maaß, Vorsitzender des Verbands der Hessischen Zeitungsverleger, beschrieb die Problematik der Internet-Konkurrenz. „Die großen Plattformen knabbern an unseren Werbemärkten. Sie nehmen uns Aufmerksamkeit und Lesezeit weg“. Dennoch begreife die Branche die neuen Medien auch als Chance. Als wesentliche Aufgaben nannte er den Kampf gegen die Kostenlos-Mentalität und den um neue Leser. „Wir müssen junge Menschen an die Zeitung gewöhnen“, sagte Maaß.

Als „das mit großem Abstand glaubwürdigste Medium“ bezeichnete Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der auch für die Bürgermeister des Landkreises sprach, die Tageszeitung. Durch die enge Bindung an ihre Leser sei die zudem „identitätsstiftend“, sagte der Landrat, der sich einen Tagesbeginn ohne Zeitung „kaum vorstellen kann“.

Aufgelockert wurde die Feier durch Lied- und Musikbeiträge des Obersberg-Chores von Ulli Meiß, der Mini-Konrad-Duden-Singers, des HZ-Chors sowie des Duos Helgo Hahn und Laurenz Wenk. Für eine kabarettistische Einlage in Mundart sorgte Werner Henkel.

Mehr lesen Sie am Montag in der Hersfelder Zeitung.

Von Karl Schönholtz

Festakt 250 Jahre Hersfelder Zeitung

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