Stadtmarketingverein sorgt sich um die Zentralität: Verwaltung ist in der Pflicht

Neue Impulse für die Innenstadt

Dichtes Gedränge in der Fußgängerzone am verkaufsoffenen Sonntag. Dennoch sorgt sich der Stadtmarketingverein um Bad Hersfelds Zentralität. Foto: Juri Auel

Bad Hersfeld. Offen und ohne Umschweife wurde am Montagabend in der Hauptversammlung des Stadtmarketingvereins Bad Hersfeld über die künftige Ausrichtung diskutiert. Ausgangspunkt war die unstrittige Analyse, dass Bad Hersfeld zwar noch immer über eine vergleichsweise hohe Zentralitätskennziffer für Handel und Wandel verfügt, diese aber bereits abgenommen hat. „Ein weiter so reicht einfach nicht“, erklärte der 2. Vorsitzende Martin Knauff unwidersprochen.

Offen wurde an die Verwaltung herangetragen, dass die ehrenamtliche Leistungsfähigkeit des Vereins nicht genüge, um notwendige neue Impulse für die Entwicklung von Einzelhandel und Tourismus und ganz allgemein für ein integriertes Marketing aller städtischen Belange zu setzen.

Achim Kniese erinnerte als 1. Vorsitzender daran, dass Ausgangspunkt für die Verschmelzung von Tourist-Info und Werbegemeinschaft zum Stadtmarketingverein seinerzeit gewesen sei, dass man vorübergehend das Stadtmarketing aus damals noch hohen Rücklagen der Vereine von der Stadt weitgehend übernehme, es aber wieder eine professionelle Neubesetzung des Bereichs in der Stadtverwaltung geben sollte, wenn die Altersteilzeit des früheren hauptamtlichen Mitarbeiters Sigurd Koch beendet sei.

Bürgermeister Thomas Fehling erwiderte, dass sein Vorgänger im Amt einen Sperrvermerk zur Wiederbesetzung der Stelle hinterlassen habe. Außerdem sei er bislang von anderen Voraussetzungen ausgegangen, wonach der Stadtmarketingverein zwar Weinfest und Weihnachtsmarkt wieder zurück in städtische Regie gebe, aber ansonsten in Abstimmung mit verschiedenen Verwaltungskräften das Marketing weiter trage.

Bevor das Mitglied des Sparkassenvorstands Gerhard Heß klug ein drohendes Abgleiten der Diskussion mit dem Verweis auf zu führende Gespräche zwischen dem Vereinsvorstand und Verwaltungsspitze abwendete, wurde deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.

Professionelle Strukturen

Selbst erheblich kleinere Städte im Umfeld wie Bebra, Eschwege oder Homberg/Efze haben nämlich deutlich professionellere Strukturen, die federführend in den Verwaltungen angesiedelt seien. Dass der Stadtmarketingverein nach Jahren bereitwilliger Investitionen seine einstigen Reserven aufgebraucht hat, das wurde aus der Analyse von Steuerberater Tilman Schuss deutlich. Klar wurde auch, dass ein ehrenamtliches Vereinsengagement eine professionelle Struktur in der Verwaltung nicht dauerhaft ersetzen kann. (map) Kurz notiert

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