Unterhaltsames Frühstück für Frauen im Hotel am Kurpark in Bad Hersfeld

Neue Ideen der Landfrauen kommen gut an

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Unterhaltsam: Kabarettistin Heidi Friedrich thematisierte bei ihrem Auftritt den Pflege-Notstand.

Bad Hersfeld. Der Bezirkslandfrauenverein Bad Hersfeld hatte in das Hotel am Kurpark eingeladen. Über 190 Frauen hatten sich eingefunden, um gemeinsam zu frühstücken und sich auszutauschen. Die seit 2012 wirkende Vorsitzende Brigitte Weitz aus Heimboldshausen hatte sich seinerzeit vorgenommen, etwas frischen Wind in die Verbindung zu bringen. Heute freut sie sich über ihren Erfolg.

Stolze Vorsitzende

Ihre neuen Ideen seien auch in den kleinsten Ortsverbänden gut angekommen. Sie versuche eben eine gute Mischung zum Beispiel in das Vortragsangebot zu bekommen, denn da müsse man aufpassen; zu gern würden auch mal Verkaufsveranstalter in diese Kreise vordringen. „Es macht mich stolz, zu sehen, was gemacht wird“, sagt sie. Überaus wichtig sei ihr auch die schöne aktive Gemeinschaft, die insgesamt herrsche. Es werde sich umeinander gekümmert und jeder Einzelne in seiner Person gestärkt.

Nach der Begrüßung schilderte Landrat Dr. Michael Koch kurz seinen beruflichen Werdegang und die gegenwärtige politische Situation des Landkreises, hatte aber trotz seines übervollen Terminkalenders, der ihn schon längst an einen anderen Ort beordert hätte, auch noch ein offenes Ohr für die vielen Fragen, die aus den Reihen der Landfrauen an ihn gerichtet wurden.

Ein Höhepunkt des Vormittags war Heidi Friedrich. Die Vollblut-Kabarettistin aus Bamberg beschwor das finstere Szenario des in 20 Jahren unweigerlich einsetzenden Pflegenotstands herauf, in dessen Folge Horden von Senioren auf ihren Rollatoren protestierend das Kanzleramt in Berlin stürmen und warnte vor Rentnern auf frisierten E-Bikes, „deren Akkus auch nicht ewig halten“, was gerade in bergigen Gegenden ausgesprochen tückisch sei. Sehr zur Belustigung aller ließ sie sich aus über biometrische Fotos, die sie aussehen lassen, als habe sie drei Monate Geiselhaft im kolumbianischen Dschungel hinter sich und stellte resignierend fest, dass – und „Omma“ hatte das schon immer gesagt –, früher eben alles besser war. So sei sie jetzt zum Beispiel so um die 50. Früher habe man sie vor dem Röntgen gefragt, ob sie schwanger sei; heute wolle man wissen, ob sie alle Prothesen abgelegt habe.

Froh sei sie, dass es nun diese sozialen Netzwerke gebe. Ihr Sohn Philipp habe Geburtstag, „Liebelein“ habe sie aber nicht eingeladen. Und deswegen habe sie all ihre 5000 Facebook-Freunde zu ihm geschickt.

Für die Landfrauen blieb zwischen den Pointen kaum Zeit zum Luftholen, und mit begeistertem Applaus verabschiedete man die Künstlerin.

In den Pausen verzauberte Claudia Uecker aus Haunetal Kruspis mit zarten Harfenklängen die Gäste und sorgte so für einen wunderschönen musikalischen Rahmen.

Von Elfriede Jeuthner

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