Konstruktion aus Stahlrahmen und Folie mit Betonunterbau für 430 000 Euro geplant

Neue Halle fürs Streusalz

Bad Hersfeld. Die Straßenmeisterei Bad Hersfeld braucht eine neue Salzlagerhalle. Mit den Bauarbeiten für das 430 000 Euro teure Bauwerk soll, so erklärt Ulrich Wieditz, der Pressesprecher des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen in Eschwege mit, noch in dieser Woche begonnen werden..

Nach einer statischen Begutachtung der alten Salzlagerhalle habe sich, so Wieditz, herausgestellt, dass diese ohne aufwändige Sanierungsarbeiten für eine Salzeinlagerung nicht mehr benutzt werden könne. Die Kosten einer Sanierung für eine weitere Nutzungsdauer von etwa 20 Jahren würden sich auf rund 100 000 Euro belaufen.

Wegen der hohen Sanierungskosten, vor allem aber aufgrund der künftig zu erhöhenden Salzlagerkapazitäten ist man zu dem Entschluss gekommen, eine neue, größere Halle zu bauen.

In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen in Wiesbaden (HLSV) wurde nach neuen Lösungswegen gesucht, um bei gleichen qualitativen Anforderungen eine kostengünstigere Salzlagerhalle zu bauen. Das ASV Eschwege wurde dabei von zwei renommierten Ingenieurbüros unterstützt, erläutert Wieditz.

Bei den immer größer werdenden Salzlagerhallen sei das Problem bei herkömmlicher Holzbauweise, dass die Holzkonstruktionen, vor allem die Leimbinder der Dachkonstruktionen enorme Abmessungen annähmen, und somit die Kosten explodierten.

Leichte Elemente

Die Entscheidung fiel deshalb für eine halbrunde Dachkonstruktion, bestehend aus leichten Stahlrahmenträgern und einer extrem haltbaren Dachhaut aus Kunststofffolie. Diese Dachkonstruktionsart werde, so Wieditz, seit vielen Jahren beispielsweise in Nordamerika oder Skandinavien häufig verwendet; etwa als Schüttguthallen oder für die Landwirtschaft.

Schutz vor aggressiven Salzen

Die Unterkonstruktion soll aus Stahlbetonelementen mit entsprechenden chemischen Zusätzen gegen aggressive Salze hergestellt werden. Ein Holzvorsatz verhindert künftig Beschädigungen des Betons durch Fahrzeuganprall.

Die bisher verwendete Holzständerbauweise sei zum einen wegen der aggressiven Salze, zum anderen wegen häufiger Beschädigungen durch Fahrzeuge und Verschiebungen wegen der hohen Druckkraft des Salzes zu anfällig, sagte Wieditz.

Die Halle wird 22 Meter breit, 23 Meter lang, und in der Mitte 16 Meter hoch sein. Ihr Fassungsvermögen wird 2000 Kubikmeter betragen.

Der Komplettpreis inklusive. aller Nebenarbeiten beträgt 430 000 Euro. Die Kosten werden vom Bund getragen. Vergleichbare Salzlagerhallen in herkömmlicher Bauweise kosteten, so ermittelten die Fachleute vom ASV etwa 40 Prozent mehr. Gleichzeitig erwartet das ASV langfristig geringere Unterhaltungskosten; immer wiederkehrende Holzpflege und Reparaturarbeiten entfallen.

Der Rohbau soll noch vor Weihnachten fertig sein. Das Bauende ist für Ende Januar 2011 geplant, sofern es die Witterung zulässt.

Stützen und Streben

Damit die alte Halle diesen Winter noch benutzt werden kann, wurde sie nach statischen Vorgaben vorübergehend mit Stützen und Streben gesichert, außerdem darf nur die Hälfte der ursprünglichen Lagerkapazität von 500 Kubikmetern eingelagert werden.

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