Patienten im Kreis können bisherige Nummern weiter nutzen

Neue Ärzte-Nummer hilft nicht überall

Hersfeld-Rotenburg. Ab Montag gibt es eine bundesweit einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Wer irgendwo in Deutschland vom Festnetz aus die 116 117 – immer ohne Vorwahl – wählt, soll automatisch mit dem zuständigen Bereitschaftsdienst verbunden werden. Den braucht man, wenn ein Arztbesuch nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten kann, etwa bei unerwartet hohem Fieber oder starker Bronchitis.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg allerdings wird die kostenlose Nummer zunächst wahrscheinlich nur in sechs von 20 Kommunen funktionieren: In Bad Hersfeld, Kirchheim, Neuenstein, Niederaula, Breitenbach/H. und Hauneck. Das erklärte Dieter Pfaff, der im Landratsamt für das Rettungswesen zuständig ist, und berief sich auf Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Unklar ist, ob die neue Nummer auch in Haunetal und Neukirchen funktionieren wird, für die ebenfalls die Ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in Bad Hersfeld zuständig ist, wie Dr. Martin Ebel, Sprecher des Hausärzteverbands im Kreis, sagte.

Für Rotenburg erklärte Dr. Wilfried Rank, hier funktioniere die Nummer nicht, weil die Ärzte sich – wie etwa auch in Alheim – gegenseitig kollegial vertreten und die Zentralnummer kostenpflichtig sei. Auch die Nummer für den Ostkreis mit der Zentrale in Heringen ist kostenpflichtig. In diesen Fällen bekommen Anrufer der 116 117 nach Auskunft von Cornelia Kur von der Kassenärztlichen Vereiniung Hessen eine Bandansage.

Viele Ärzte, die wir befragten, waren über die neue Nummer gar nicht informiert, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eingeführt wird. Auf jeden Fall behalten die bisherigen Telefonnummern der ärztlichen Bereitschaftsdienste im gesamten Kreis, die regelmäßig auch in unserer Zeitung veröffentlicht werden, weiterhin Gültigkeit.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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