Feuerwehrautos werden durch EU-Vorschrift schwerer und teurer

Neue Abgasnorm auch für Löschfahrzeuge

Hersfeld-Rotenburg. Neue Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren müssen in Zukunft die sogenannte Euro-6-Abgasnorm erfüllen. Durch die benötigten Reinigungssysteme werden sie größer, schwerer und teurer.

Momentan sei die Neuregelung für die Feuerwehren im Kreis-Hersfeld-Rotenburg zwar noch kein großes Thema, sagt Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten. „In Zukunft könnte es aber zum Problem werden“. Während Neuzulassungen bei gewerblichen Lastwagen die neue Abgasnorm einhalten müssten, seien bei Einsatzfahrzeugen bis 2015 Ausnahmegenehmigungen möglich, sagt der Rotenburger Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut, der sich eingehend mit den neuen Vorschriften auseinandergesetzt hat. Bei der Rotenburger Wehr steht eine Ersatzbeschaffung für die beim Großbrand eines Sägewerkes beschädigte Drehleiter an, voraussichtlich jedoch nach der alten Norm.

10 000 Euro teurer

Durch die neuen Regeln würden die Fahrzeuge um etwa 10 000 Euro teurer und etwa 300 Kilogramm schwerer, sagt Fleischhut. Die zusätzliche Abgasreinigung würde etwa einen Kubikmeter Raum einnehmen. Derzeit seien noch einige Fragen offen, noch nicht alle Hersteller böten schlüssige Lösungen. Unter Umständen müsse die Beladung reduziert werden. Die allerdings sei in den entsprechenden DIN-Normen festgeschrieben, die dann einer Anpassung bedürften.

Dabei sei die neue Technik weitgehend wirkungslos, weil die notwendige Betriebstemperatur auf Kurzstrecken- und Einsatzfahrten kaum erreicht werde, verdeutlicht Fleischhut.

Laut Bad Hersfelds stellvertretendem Stadtbrandinspektor Stefan Möller seien größere Fahrzeuge in den neueren Gerätehäusern kein Problem. In älteren Unterkünften zähle aber auch bei kleineren Fahrzeugen jeder Millimeter. Zum Tage, Hintergrund

Von Jan-Christoph Eisenberg

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