Ein Neubeginn und zwei Abschiede

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Vorige Woche war es endlich so weit: Der Grundstein für Kaufland in Bad Salzungen wurde am ehemaligen Güterbahnhof gelegt. Vom ersten Bemühen um die Ansiedlung bis zur Grundsteinlegung sind 20 Jahre vergangen.

Nun soll es schnell gehen: Schon im September 2016 will der Großmarkt öffnen. Rund 2500 Kunden werden dann täglich erwartet, und Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) hofft, dass mit der Kaufland-Ansiedlung auch die nicht weit entfernte Bad Salzunger Innenstadt belebt wird. Mit dem Neubau verschwindet zudem eine Dreckecke aus dem Stadtbild.

Zunächst musste der Untergrund des Bahngeländes stabilisiert werden. Dazu rammten Bauleute 565 Pfähle in den Boden ein – für viele Salzunger gut hörbar. In den kommenden Monaten sind dann viele Lastwagen unterwegs, um 4000 Kubikmeter Beton und 600 Betonfertigteile anzuliefern.

In Barchfeld wird hingegen kein Geld mehr in die stark sanierungsbedürftigen Schlösser investiert. Am Bürgerentscheid zu diesem Thema hatten sich zwar nur 46,6 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. Von ihnen sprachen sich aber 72 Prozent für einen Investitionsstopp an den beiden maroden Gebäuden aus. Die Initiatoren des Bürgerentscheids sind zufrieden mit dem Ergebnis. Bürgermeister Ralph Groß (CDU), der sich für eine Sanierung der Schlösser stark gemacht hat, war hingegen enttäuscht über das Votum der Barchfelder. Er kündigte dennoch an, das Abstimmungsergebnis anzunehmen.

In der Rhön hat sich eine Band verabschiedet: 23 Jahre lang war „Condor“ in der Region der Inbegriff für Tanzmusik vom Feinsten. Am Wochenende gaben die acht Musiker in der Dermbacher Schlosshalle ihr Abschiedskonzert. 1991 hatten sie als Halbwüchsige im Alter zwischen 11 und 14 Jahren begonnen, gemeinsam Musik zu machen. Inzwischen haben die meisten von ihnen selbst Kinder in diesem Alter. Im Laufe der Jahre war der eine oder andere Sänger, Gitarrist, Keyboarder oder Schlagzeuger aus der Band ausgestiegen, geschuldet dem Arbeits- und Familienleben; dafür rückten andere nach.

Genau diese Gründe sind es nun auch, die die Band zum Abschied bewegten. Manch einer ist inzwischen beruflich mehr beansprucht als je zuvor, und die Zeit reicht einfach nicht mehr für die Konzerte an den Wochenenden. Dennoch: Die Musiker wollen in freundschaftlicher Verbindung bleiben und schließen ein Comeback nicht aus.

stefan.sachs@stz-online.de

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