Koreanerin Bomi Lee ist die jüngste Solistin dieser Spielzeit der Oper in Bad Hersfeld

Nesthäkchen im Ensemble

Studiert noch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt: Koreanerin Bomi Lee sammelt bereits während ihres Studiums Erfahrungen auf der Opernbühne. Foto: Teufel

Bad Hersfeld. Bomi Lee wollte schon von Kindesbeinen an Sängerin werden. Ursprünglich träumte die junge Koreanerin von einer Karriere als Popsängerin, kam dann aber zum Operngesang. Eine Inspiration sei ihr Großvater gewesen, so die junge Frau. Dieser habe auch als Musiker gearbeitet und sie habe ihm oft beim Singen zugehört. Der Vater war von einer Karriere als Musikerin, egal ob Popmusik oder Oper, alles andere als begeistert. Doch Bomi Lee setzte sich durch und studierte bereits mit zarten 18 Jahren in Korea Gesang.

In der aktuellen Spielzeit der Oper in Bad Hersfeld gibt sie die Micaëla in Georges Bizets Oper „Carmen“. Die Sopranistin sieht viele Ähnlichkeiten zwischen sich und ihrer Rolle. „Micaëla liebt sehr stark und ist in der Liebe mutig. Auch ich bin mutig, auch in der Liebe“, erzählt sie und lacht. „Aber Micaëla ist auch manchmal schwach und sehr rein“ Weitere Eigenschaften, die für Lee den Reiz der Rolle ausmachen.

Frisch von der Hochschule

Das Engagement in Bad Hersfeld ist Lees zweite Opernerfahrung. Zuvor wirkte sie bereits einmal in einer Opernproduktion in Korea mit. In Bad Hersfeld gefällt es ihr gut, gerade auch, weil es hier ganz anders ist als in Frankfurt, wo die junge Sängerin mit ihrem Mann wohnt und noch zwei Semester lang Gesang studieren wird. Sie schätzt hier das viele Grün, dass sie an ihren Heimatort in Korea erinnert. Auch die Ruine hat es ihr angetan. „Als ich das erste Mal in die Stiftsruine kam, war da so eine große Bühne“, erinnert sie sich mit leuchtenden Augen. Die Bühne der Stiftsruine ist auch die erste Freilichtbühne auf der sie auftritt, in Korea gebe es so etwas eigentlich nicht.

In ihrer Freizeit treibt die Koreanerin viel Sport. Am liebsten spielt sie Badminton gemeinsam mit ihrem Ehemann. In ihrer Kindheit, so erzählt sie, sei sie auch viel geschwommen. Dies sei ein großes Hobby gewesen und habe ihr auch viel für ihren heutigen Beruf gebacht. Sie habe dabei viel für ihre Atemtechnik beim Gesang lernen können. Auch hier in Bad Hersfeld vertreibt sich Bomi Lee zwischen den Proben häufig die Zeit mit Sport und findet darin Entspannung, denn vor Auftritten packt sie immer wieder die große Aufregung.

Nach ihrem Engagement in Bad Hersfeld wird Bomi Lee zu ihrem Mann und den zwei Hunden, mit denen sie auch gern ihre freie Zeit verbringt, nach Frankfurt zurückkehren. Dort setzt sie ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst fort. Ziel ist es danach weiter an der Oper zu arbeiten.

Von Sabrina Ilona Teufel

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