Kreisverkehrswacht und langjähriger Geschäftsführer beschreiten jetzt getrennte Wege

Nemnich ging im Streit

Gehen künftig getrennte Wege: Kreisverkehrswacht-Vorsitzender Reinhold Bleß (links) und der bisherige ehrenamtliche Geschäftsführer Rainer Nemnich. Archivfoto: Schaake

Bebra. Die Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg und deren langjähriger ehrenamtlicher Geschäftsführer Rainer Nemnich gehen künftig getrennte Wege. Nemnich war vor wenigen Tagen von seinem Amt zurückgetreten und hat nach eigenen Angaben inzwischen seine Mitgliedschaft fristgemäß zum Jahresende gekündigt.

Hintergrund ist ein seit längerer Zeit schwelender Streit mit dem Vorstand der Organisation. Nemnich werden Alleingänge vorgeworfen. Die kritische Stellungnahme des Geschäftsführers zur geplanten Reform der Verkehrssünderkartei sorgte erneut für eine Auseinandersetzung. Nemnich zog sich daraufhin zurück. „Ein Ehrenamt muss auch Freude bereiten“, sagt Nemnich, der seit 37 Jahren ehrenamtlich für die Verkehrswacht arbeitet und dafür jüngst mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Der Dauerstreit mit dem Vorstand aber „macht keinen Spaß mehr“.

Die Verkehrswacht akzeptiert den Schritt Nemnichs. In der jüngsten Jahreshauptversammlung sprach Vorsitzender Reinhold Bleß Nemnich Dank und Anerkennung für die über Jahrzehnte geleistete Arbeit aus. Die Entscheidung, den Posten niederzulegen, habe Nemnich selbst in einer Vorstandssitzung getroffen. In deren Verlauf hätte die weiteren Vorstandsmitglieder den Geschäftsführer höflich gebeten, bei verkehrspolitischen Stellungnahmen den Vorstand stärker einzubinden, erklärte Bleß. Kein Vorstandsmitglied habe Nemnich zum Rücktritt aufgefordert, und eigentlich habe den Rücktritt auch keiner gewollt. Aber man akzeptiere die persönliche Entscheidung Nemnichs. „Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg“, sagte Bleß.

Rainer Nemnich, der nicht mehr an der Jahreshauptversammlung teilgenommen hatte, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „Diese Entwicklung ist in meinem Sinn.“ Er werde sich in keinster Weise mehr in die Arbeit der Kreisverkehrswacht einbinden, kündigte Nemnich an. Er will der hessischen Landesverkehrswacht anbieten, künftig auf Landesebene in den Bereichen Pressearbeit oder Straßenverkehrstechnik mitzuarbeiten.

Vorstand übernimmt Arbeit

Einen neuen ehrenamtlichen Geschäftsführer wird die Kreisverkehrswacht nicht ernennen. Die Vorstandsmitglieder sollen künftig Ansprechpartner sein, kündigte Reinhold Bleß an. So sei angedacht, dass sich der zweite Vorsitzende Jens Zilch künftig um Bürgeranfragen und Beisitzerin Daniela Morbach um die Verkehrstipps kümmern solle.

Von Jörg Steinbach

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