Helge von Horn führte an der MSO in Ausstellung „Vorsicht Rechtsextremismus“ ein

Nazi-Shirts schon für Kinder

Werben für die Ausstellung „Vorsicht Rechtsextremismus“, die an der MSO beginnt: (von vorn) Helge von Horn, Hans-Karl Schäfer, Antonia Rösner, Klaus Schüller, Rainer Nieselt, Sahin Cenik und Hansjörg Hirschfelder. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kultur waren der Einladung zur Eröffnung gefolgt (Bild rechts). Fotos: Maaz

Bad Hersfeld. Mit einem eindringlichen Appell an alle „Mitstreiter für Demokratie und Humanismus“ wandte sich Bad Hersfelds Erster Stadtrat Dr. Rolf Göbel gestern bei der Eröffnung der Austellung „Vorsicht Rechtsextremismus“ an die Gäste: „Es ist Zeit, Flagge zu zeigen!“ Mit den weltweiten Migrationsbewegungen werde aktuell auch demokratiefeindliches Potential deutlich. „Wir müssen uns gegen den braunen Mob wehren“, warnte Klaus Schüller, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands.

Wo und wie sich Rechtsextremismus zeigt, woran die „Rechten“ zu erkennen sind und mit welchen Mitteln sie versuchen, ihre Botschaften in der Gesellschaft zu platzieren, darüber informiert die Mitmach-Ausstellung „Vorsicht Rechtsextremismus“ von Helge von Horn, die zunächst an der Modellschule Obersberg (MSO) zu erleben ist und dann an vier weiteren Schulen im Kreis. Initiiert haben das Ganze der DGB Bad Hersfeld, das Bündnis „Bunt statt braun“ und der Ausländerbeirat Bad Hersfeld (wir berichteten bereits ausführlich).

„Ausländerfeindlichkeit hat derzeit Hochkonjunktur“, so von Horn. Der Soziologe beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema und gab gestern eine kurze Einführung in die Ausstellung und die verschiedenen Themenbereiche, die diese abdeckt. Die Ausstellung habe das Ziel, möglichst viele Jugendliche zu erreichen und anzusprechen.

In Wort und Bild werden unter anderem typische Codes, Symbole wie die schwarze Sonne oder der Thorshammer sowie bei Rechtsextremisten beliebte Marken erläutert, von denen es sogar eigene Kinderlinien gibt.

In der MSO informierte von Horn weiterhin über Parteien wie die NPD, Die Rechte oder Der III. Weg und neue Gruppierungen wie die Identitäre Bewegung oder die Reichsbürger. Zudem verwies der Experte auf Aktionen und Facebook-Aktivitäten in Bad Hersfeld und Umgebung.

„Faschismus, Chauvinismus und Antisemitismus sind aus den Köpfen nicht verschwunden“, sagte Rainer Nieselt, Aufgabenfeldleiter Gesellschaftswissenschaften an der MSO. Mit der ersten Resonanz auf das Ausstellungs-Angebot sind Nieselt und seine Kollegen schon jetzt zufrieden. Die Ausstellung, die klassenweise besucht wird, sei bereits vorab „überbucht“. Sie könne zudem als Startschuss für weitere Projekte genutzt werden.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte gestern Helgo Hahn am Flügel.

Von Nadine Maaz

Kommentare