250 Dinge, die wir an der Region mögen (115): Die Bad Hersfelder „Anlagen“

Natur in Hersfelds Mitte

Hier lässt es sich aushalten: Der Steg bei den Wassertreppen am unteren Nordschulteich mit Blick auf die Fontäne und den Stiftsruinenturm. Foto: Mareike Gill

bad hersfeld. Nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt lädt die Leonhard-Müller-Anlage Entspannungssuchende und Naturliebhaber zum Flanieren und Verweilen ein.

Von der Zufahrt des heutigen Finanzamtes entlang der beiden Nordschulteiche über die Uffhäuser Straße bis hin zum Frauentor erstreckt sich die älteste öffentliche Grünanlage der Kreisstadt.

Der Park, der Anfang des 19. Jahrhunderts von seinem Namensgeber entworfen wurde, heißt bei den Herschfellern einfach kurz „die Anlagen“ und steht zusammen mit dem angrenzenden Stiftsbezirk unter Denkmalschutz.

In den gepflegten Anlagen verbinden sich Gegenwart und Vergangenheit: Die Stadtmauer, die Teiche als Überbleibsel des ehemaligen Stadtgrabens, das Vitaliskreuz oder das Soldatendenkmal gegenüber dem Hauptfriedhof halten einen Teil der Stadtgeschichte lebendig.

„Teletubbie-Hügel“

Die von den Einheimischen oft als „Teletubbie-Hügel“ bezeichneten Rasenhügel, der Holzsteg und die Wassertreppen oder die beiden Spielplätze sind die Ergebnisse der zwischen 2006 und 2007 erfolgten Modernisierungen und fügen sich angenehm in die historische Kulisse ein.

Besonders zur warmen Jahreszeit, wenn sich die Rhododendronbüsche in voller Blütenpracht zeigen und auch sonst alles grünt und blüht, ist die Leonhard-Müller-Anlage der ideale Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Und wer an den Wassertreppen oder auf den Bänken rund um die Teiche fertiggeschmökert, -gedöst und -geplaudert hat, kann direkt in den Stiftsbereich nebenan weiterspazieren.

Zwei Spielplätze

Für Spiel und Spaß unter den jüngeren Parkbesuchern ist dank der zwei Spielplätze in den Anlagen bestens gesorgt, wobei der vor dem Uffhäuser Tor gelegene auch für die Älteren einen besonderen Augenschmaus darstellt, da die hölzernen Spielhäuser verschiedenen Gebäuden und Wahrzeichen der Stadt nachempfunden sind.

Wenn im Herbst das Lullusfest näher rückt, lohnt sich ein Spaziergang durch das Areal unweit der Altstadt nicht nur wegen der bunt gefärbten Baumkronen, sondern auch wegen der Kastanienbäume, deren Früchte darauf warten, in den Manteltaschen von Jung und Alt zu verschwinden.

Und wenn die Tage dann noch kürzer und kälter werden, kann man vielleicht sogar die Schlittschuhe anziehen und ein paar Bahnen auf den zugefrorenen Teichen drehen – der eine oder andere erinnert sich bestimmt heute noch gerne an die die eisigen Abende zurück, an denen man sich auf Kufen und in geselliger Runde bei Diskomusik, Bockwurst und heißen Getränken aufgewärmt hat.

Nicht zuletzt ist in den Anlagen aber auch tierisch was los: Stockenten, Fischreiher, Warzenenten und Nilgänse samt Nachwuchs fühlen sich an den Nordschulteichen genauso wohl wie die Menschen, die in dieser grünen Ruhezone dem hektischen Alltag für einen Moment entfliehen können.

Von Mareike Gill

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