Fehlstart: Regen, der im Frühjahr fehlte, behindert die Ernte 2011

Nasser Sommer bremst die Mähdrescher aus

Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte im Landkreis gehen nicht davon aus, dass die hohen Getreidepreise die Ernteausfälle kompensieren werden. Das sagte Kreislandwirt Horst Taube angesichts des regnerischen Wetters.

„Wir hoffen drauf, das Petrus ein Einsehen hat“, sagt Kreislandwirt Horst Taube. Die Ackerrandstreifen sind schon lange gemäht. Aber den Mähdrescher ansetzen können die Getreidebauern erst dann, wenn es drei Tage sonnig und trocken ist. Der bedeckte Himmel und die regelmäßigen Niederschläge bremsen die Getreidebauern in Waldhessen aus, dennoch bleibt Kreislandwirt Horst Taube momentan noch die Ruhe selbst. „Es ist klar, dass der Ertrag geringer ausfällt. Dafür ist die Qualität momentan noch gut“, sagt Kreislandwirt Taube, der selbst 250 Hektar Fläche bewirtschaftet.

Wenn es weiterregnet, dann besteht die Gefahr, dass die Wintergerste um jeden Preis heimgeholt werden muss. Das kostet die Landwirte Energie für die Trocknung und verkürzt die Gewinnspanne. An den heißen Tagen im Juni fuhren die Landwirte in den fetten Talauen schon einmal die erste Hälfte des Getreides ein.

Seitdem zeichnet sich ab, dass Ertragsausfälle im Bereich von einem Fünftel bis zu einem Drittel der erwarteten Menge bei Wintergerste und Weizen realistisch sind.

Die extreme Trockenheit im April und Mai ist nicht nur die Ursache dafür, dass die Getreidekörner kleiner sind, wie Thilo Frankfurth vom Kreisbauernverband festgestellt hat, sondern es stehen deutlich weniger Halme auf dem Quadratmeter.

Statt 500 Pflanzen stehen nach Beobachtungen von Horst Taube nur 300 bis 400 Pflanzen auf dem Quadratmeter. Die Trockenheit hat im wahrsten Sinne des Wortes das Getreide kurz gehalten. Und so wird es den Landwirten beim Gewinn gehen.

zum tage

Von Kurt Hornickel

Kommentare