Borkenkäfer kann gesunden Bäumen nichts anhaben

Der nasse Sommer ist gut für den Wald

Hersfeld-Rotenburg. Für den Wald ist der regnerische Sommer besonders günstig. Die Bäume wachsen gut und sind viel gesünder als in trockenen Sommern. Die Forstämter in Bad Hersfeld und Rotenburg verzeichnen viel weniger Schadholz als in vorangegangenen Jahren.

Dr. Hans-Werner Führer, Forstamtsleiter in Rotenburg, spricht von 17 Prozent Schadholz bei der Fichte, sonst waren es bis zu 40 Prozent. Im Bereich des Forstamtes Bad Hersfeld sind es nach Angaben von Amtsleiter Jens Müller sogar nur um die zehn Prozent, während in Vorjahren von 35 000 Festmetern Fichte schon mal 20 000 Festmeter geschädigt waren, berichtet Müller. Der Regen sorgt für vitale und kräftige Bäume, die Fichten bieten dem Borkenkäfer kaum noch Angriffsfläche.

Segensreich sind nach den Worten von Dr. Führer vor allem die starken Niederschläge, weil sie bis in den Boden vordringen, während schwacher Regen oft schon in den Baumkronen verdunstet. Gerade die Böden in höheren Berglagen sind nicht so tiefgründig und können deshalb das Wasser nicht gut speichern. Besonders hier sind ausreichende Niederschläge während der Vegetationsperiode sehr wichtig. Viel Regen im Winterhalbjahr füllt dagegen nicht nur die Wasserreserven im Boden auf, sondern sickert zum Teil bis ins Grundwasser durch. Für den Rotenburger Raum erklärte Dr. Führer, die Sommerniederschläge seien für die hier überwiegenden sandigen Lehm- und Schluffeböden mit einer mittleren Wasserhaltekraft wichtig.

Während im Hersfelder Raum laut Jens Müller wegen der nassen Böden zeitweise kein Holzrücken möglich war, wurde die Ernte im Rotenburger Raum kaum beeinträchtigt. Starker Regen setzte allerdings auch vielen Waldwegen zu. Insgesamt sind sich die Forstamtsleiter aber einig, dass die Vorteile des üppigen Regens überwiegen. ZUM TAGE

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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