Weiberfasching war gestern: in Kathus wurde erstmals ein Herrenabend gefeiert

Narrengruß vom Örtchen

Herrenabend in Kathus: Zum krönenden Abschluss hatten sich die heimischen Schürzenjäger in Frauenkostüme geschmissen – der Beifall des närrischen Publikums war ihnen dabei gewiss. Foto: Kristina Marth

Kathus. Als die Kathuser Schürzenjäger zum krönenden Abschluss eine ganze Reihe Lieder auf der Bühne schmettern, hält es kaum jemanden auf seinem Sitz. Aquas „Barbie Girl“ oder Danyel Gérards „Butterfly“ werden lautstark mitgeträllert, dazu wird geschunkelt, getanzt und geklatscht. Ganze dreieinhalb Stunden sind inzwischen seit Beginn der Kathuser Herrensitzung vergangen, von Müdigkeit fehlt bei den Besuchern aber trotzdem jede Spur.

Zum Auftakt ihres großen Faschingswochenendes richtete die Kathuser Karnevals Vereinigung in diesem Jahr zum ersten Mal eine Herrensitzung aus. „Was Frauen mit ihrem Weiberfasching können, können wir schon lange“ versprachen die Organisatoren im Vorfeld der Veranstaltung - und in der Tat: Das Bühnenprogramm in der Solztalhalle war von Anfang bis Ende auf die Herrenwelt zugeschnitten.

Nachdem Moderator Thomas Schrader und sein „Co“ Berthold Rothenbücher ihre Gäste direkt einmal von jenem Örtchen aus begrüßten, an dem sich Männer Behauptungen nach besonders wohlfühlen (ihre Kloschüsseln hatten sie auf die Bühne mitgebracht), hatten sie den gesamten Abend über kleine Spitzen in Richtung Damenwelt parat. Vor allem Schrader geizte dabei auch mit manchmal doch arg flachen Scherzen à la „Weiß jemand wie die Mehrzahl von Frau heißt? - Putzkolonne!“ nicht.

Nicht mit Damen gegeizt

Gegeizt wurde in Kathus auch nicht mit jungen Damen, denn außer den Gardetänzerinnen aus dem eigenen Ort traten gleich sechs Gruppen aus den Nachbargemeinden auf. Die Girls Deluxe aus Arzell, die Turnerinnen des TV Hersfeld, die Meckbacher Garde- und Showtanzgruppe, die Sparkling Diamonds aus Rotensee, die Imperadas aus Sorga und Top Secret aus Neukirchen brachten es zusammen auf rund 70 Frauen - sowohl tänzerisch als auch optisch war da vermutlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Stand bei diesen Darbietungen nur ein einziger Herr auf der Bühne, war die Bütt fast ausschließlich in Männerhand. Neben Hilde und Schorsch (Claudia Hofmann und Timo Lübeck) aus Neukirchen berichteten Michael Adam als Bad Hersfelder Männerfreund Klausi und das Sorgaer Karnevals-Urgestein Andreas „Fitto“ Fischer von prägenden Erfahrungen aus ihrem Leben: Der eine von jenen „vom anderen Ufer“, der andere von der Ehe, die ihn als „Spiegelbild der modernen Männlichkeit vom Latin Lover zum Hausmeister degradierte“.

Sowohl bei den echten Männern als auch den zumindest für einen Abend durch Hüte, Bärte und künstliche Bäuche „herrlich“ hergerichteten Damen kam das bunte Bühnenprogramm an. Genau wie der abschließende Auftritt der Schürzenjäger, der unmittelbar zur „After Show Party“ überleitete und erahnen ließ, dass es eine lange Nacht werden würde.

Von Kristina Marth

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