Haggy und Harry zelebrieren die Sorgaer Prunksitzung - Tripple X begeistert das Jubiläumspublikum

Im närrischen Hummel-Himmel

Brachten das Publikum – und da vor allem natürlich die weiblichen Fans – in Wallung: Die acht Jungs von „Tripple X“. Fotos: Apel

Sorga. So ändern sich die Zeiten. Was vor 50 Jahren karnevalsbegeisterte Männer auf den Weg brachten, ist heute fast schon fest in Frauenhand. Denn es waren das Funkenmariechen, Eulalia, die Hofgarde und die von Frauenbeinen dominierten Tanzgruppen, die die quietschvergnügte, festlich geschmückte Mehrzweckhallen-Narhalla bei der großen Prunksitzung des TSV Sorga in Stimmung brachten.

Allerdings: In Wallung brachten die „Särcher“ – und da vor allem natürlich die weiblichen Fans – die acht Jungs von „Tripple X“! Bestens vorbereitet von ihren Choreographinnen Anna Claus und Isabell Eidam eroberten sie schwarz-weiß-rot und mit Fliege und Zylinder gewandet zum „Hello Goodbye“ der Beatles die Bühne. Hier entblätterten und verausgabten sie sich zu Songs von Queen und Michael Jackson („Beat it!“), und es war gar keine Frage, dass sie nach der obligatorischen Klatschrakete noch einmal kräftig ran und in neuer Montur ihren berühmten Propeller drehen mussten.

Begonnen hatte die von Reiner „Haggy“ Hagemann und Michael „Harry“ Herlitze in lockerer Manier moderierte Sitzung mit der Vorstellung des Hofrats, der Hofgarde und der Tollitäten. Im Anschluss daran verzückten Kim Gerlach als Funkenmariechen und die Damen des Solztal-Balletts, die in Schottenröckchen auftraten. Ihnen in nichts nach standen die zwölf Schönen der Hofgarde („Ein Augenweiden-Wald!“), die ein musikalisch-sportliches Feuerwerk präsentierten. Die als Krankenschwestern daherkommenden „Glatzköpp“ hatten sich bei der Feuerwehr weibliche Unterstützung ausgeliehen: „Damit es nicht zu steif wird!“ Im Stil der Zwanziger Jahre wirbelten die „Särcher Hummeln“ über die Bühne - so toll und so anregend, dass sogar Haggy und Harry ein Tänzchen wagten. Allerdings nur hinter der Bühne…

Petra Schuster ließ es – wie man es von ihr gewohnt ist – ein wenig derber angehen. Zunächst verblüffte sie erneut als heißblütige „Swetlana aus der Wiesenstraße“ („Ich bin erregt!“), die lästiges Bügeln mit einträglichem Telefonsex verbindet: „Ich wusste nicht, dass es bei Dir so schnell geht! Oder hast Du Asthma?“ Später erzählte sie dem „besten Publikum der Welt“ als einzigartige, giftgrüne „Eulalia“ von den neuesten Eskapaden ihres Ehemanns, den sie auf seinen nicht unbedingt eindeutigen Wunsch hin nicht mit S-e-x, sondern mit einer S-teinfle-x überraschte. Im Gegenzug schenkte ihr Jupp („Die Arschgeige unter den Stradivaris!“) einen Strauß Wicken…

Abgerundet wurde das gut dreieinhalbstündige Programm des Jubiläumsabends mit tollen Auftritten von Sieglinde Wenzel als mehr oder weniger tugendhafte Nonne, von den „Jimmy Choos“ und von den „Imperadas“, die mit perfekt inszenierten Tänzen überzeugten. Etwas Besonderes hatten sich der Sorgaer Damen-Hofrat und die Kathuser Karnevalisten-Spitze ausgedacht. Die einen überraschten als „Hummelchor“, die anderen erschienen in Begleitung von Hummel und Wilddieb und ernannten den TSV-Vorsitzenden Karl-Ernst Wiechers zum Ehrenmitglied des KKV-Elferrats.

Von Wilfried Apel

Prunksitzung in Sorga

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