Bürgerversammlung zur probeweisen Verkehrsöffnung der unteren Fußgängerzone

Nächtliche Autorennen

Auf diesem Bild ist ein Spielplatz versteckt: Das Nebeneinander von Autos, Fußgängern und Kindern funktioniert in der Bad Hersfelder Unterstadt auch nach drei Jahren nicht reibungslos. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Als Geschäftsmann hat sich Karsten Otto gefreut, als vor knapp drei Jahren der untere Teil der Bad Hersfelder Fußgängerzone wieder für den Fahrzeugverkehr geöffnet und einige Kurzzeitparkplätze markiert wurden. Ottos Fleischerei hat wie die anderen Läden von der besseren Erreichbarkeit profitiert.

Doch Karsten Otto ist auch Anwohner im Bereich zwischen Stadthaus, Badestube und Klausstraße. Und als solcher berichtete er am Donnerstag Abend während einer Bürgerversammlung in der Stadthalle von nächtlichen Autorennen, von permanentem Im-Kreis-Fahren und von einem lärmenden Quad – also trotz Durchfahrtsverbot ab 22 Uhr von massiv gestörter Nachtruhe.

Ottos Nachbarn bestätigten den Zwiespalt: Einerseits ein wenig Belebung in diesem problematischen Geschäftsviertel, andererseits grobe Missachtung der Verkehrsregeln. „Früher konnten hier die Kinder auf der Straße spielen. Das ist jetzt nicht mehr möglich“, sagte eine Frau aus der Badestube.

Das Nebeneinander von (meist zu schnell) fließendem Verkehr, Parkplätzen, flanierenden Fußgängern und zwei Spielplätzen funktioniert hier nach den Aussagen der Diskussionsteilnehmer keineswegs reibungslos, doch ein Zurück zum ursprünglichen Zustand als reine Fußgängerzone ist ebenfalls nicht gewollt.

Unter der Regie von Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz beantworteten die zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Fragen und machten sich fleißig Notizen.

Am Ende der mehr als anderthalbstündigen Bestandsaufnahme standen zwei Ergebnisse: Die Einhaltung der Verkehrsregeln muss in diesem Bereich stärker kontrolliert werden. Hier sicherte der Leiter des Ordnungsamtes, Werner Steidel, verstärkte Präsenz der Politessen zu. Und Bürgermeister Thomas Fehling versprach, „Hand in Hand mit der Polizei“ dafür sorgen zu wollen, dass auch der fließende Verkehr unter Beobachtung steht.

Was weitere Schritte angeht, soll jedoch abgewartet werden, wie sich die Planung für den östlichen Teil des Schilde-Parks entwickelt. Die Idee einer Fußgängerbrücke zum Stadthaus, ein neues Wegeleitsystem und anderes wirken sich möglicherweise auch auf die Unterstadt aus.

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Von Karl Schönholtz

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